News

Sonntag, 24. Juli 2016

Außer Sinnen: Verschwörungstheorien


Ob Nazi-Flugscheiben, reptiloide Politiker oder amerikanische Sprengsätze in den WTC-Türmen: absurde Behauptungen sind in unzähligen Verschwörungstheorien zu finden. Zu unsinnig, um daran zu glauben? Nicht unbedingt, sagt der Bamberger Psychologe Marius Raab.

Es spricht im Gegenteil einiges dafür, dass Menschen ihre individuelle Verschwörungstheorie aus verschiedenen Erzähl-Elementen zusammensetzen - und dass gerade der Kontakt mit absurden Details der individuelle Version einer Verschwörungstheorie einen stärker konspirativen Charakter verleiht, während offizielle Statements dabei ausgeblendet werden.

In einer Studie hat Raab mit Kollegen genau dies anhand eines Versuchs gezeigt. Ihr Fazit:
Eine Verschwörungstheorie birgt vielerlei Gefahren: Die komplexe und ankedotische Argumentation immunisiert gegen eine Widerlegung. Extreme Elemente ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, polarisieren die Debatte und können die individuellen Erklärungskonstrukte einzelner Menschen in RichtungVerschwörung verändern. Zusammengefasst, stellt der Ruch des Seltsamen gerade keinen Schwachpunkt derartiger Theorien dar, sondern vielmehr einen wesentlichen Bestandteil, von dem ihre Überzeugungskraft abhängt.
Mehr dazu erklärt Marius Raab am Dienstag, 26. Juli 2016, in der letzten diesjährigen Veranstaltung der Reihe "Außer Sinnen".

Dienstag, 26. Juli 2016
Nicolaus-Copernicus-Planetarium Nürnberg
Außer Sinnen:
Marius Raab: Verschwörungstheorien - sinnstiftende Sagen oder unsagbarer Unsinn?
Eintritt. 7,- € (erm.: 5,- €)
Buchung über BZ Nürnberg, Kurs 00935
#AußerSinnen

Zum Weiterlesen: 

Raab, M. H.; Auer, N.; Ortlieb, Stefan A.; Carbon, C. C.: The Sarrazin effect. The presence of absurd statements in conspiracy theories makes canonical information less plausible. Frontiers in Personality Science and Individual Differences, 4. doi: 10.3389/fpsyg.2013.00453.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen