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Mittwoch, 27. April 2016

Erinnerung geht durch die Nase


Ein Areal unseres Gehirns ist spezialisiert auf die Erinnerung von Gerüchen. Zu diesem Ergebnis kommt nun eine Studie von Neurowissenschaftlern der Ruhr-Universität Bochum und der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität. Damit eröffneten die Wissenschaftler ein neues Forschungsfeld: Bisherige Untersuchungen hatten sich schwerpunktmäßig mit der Wirkung von Tast-Erfahrungen auf die Erinnerung an ein Objekt befasst.

Für die aktuelle Versuchsreihe griffen die Forscher auf bildgebende Verfahren und auf – ein Kinderspielzeug - zurück. Aus den Teilen des Konstruktionssystems bauten sie neue Gegenstände und versahen sie mit einem Duft, etwa nach Pfefferminze.  

Die 16 Probanden sollten zunächst die Gegenstände anschauen, wobei sie auch deren  Geruch wahrnahmen. Im Gegensatz zu früheren Studien hatten sie keine Gelegenheit, die Objekte zu betasten. 

Anschließend zeigte man ihnen Bilder verschiedener Gegenstände, darunter einige gerade kennengerlernte, aber auch ganz neue. Aufgabe der Versuchspersonen war es, für jedes Objekt zu entscheiden, ob es bereits bekannt oder neu für sie war. Währenddessen wurde ihre Hirnaktivität im Magnetresonanztomografen (MRT) beobachtet.

Dabei zeigte sich bei der Wahrnehmung von bekannten, bedufteten Objekten eine starke Aktivität im rechten vorderen Hippocampus. Bereits seit längerem weiß man, dass dieses Hirnareal eine bedeutende Rolle für Lernen und Gedächtnis spielt. Neu ist die Erkenntnis, dass ein Teil des Hippocampus offenbar auf die Erinnerung an Gerüche spezialisiert ist.

Und wie sieht es mit der Rolle anderer Sinneskanäle, wie Riechen oder Schmecken, beim  Speichern von Erinnerungen aus? Das sollen künftige Forschungen zeigen.

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