News

Donnerstag, 11. Februar 2016

brainWEEK 2016: Auftakt-Soirée

Franken sagen „Fuß“ und meinen „Bein“, türkische Frauen beschreiben ihre Wanderschmerzen als rollende Murmel: seit Beginn der Menschheit ist Schmerz nicht nur eine Sinneserfahrung, sondern auch Gegenstand der kulturabhängigen Wahrnehmung und Deutung. Herkunft, Sprache, Alter, Religion – diese Faktoren haben Einfluss auf das Erleben von Schmerzen.
Solche Beobachtungen gehören zum Alltag von Dr. Dirk Risack, Oberarzt in der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Schmerzambulanz an der Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Nürnberg. 

Bereits diese wenigen Beispiele zeigen, dass Kultur und Herkunft unsere Wahrnehmung, Kommunikation und Schmerzempfinden entscheidend mitprägen. Das Gleiche gilt für das psychische Erleben, wie Risack und drei weitere Experten vom Klinikum Nürnberg zum Auftakt der diesjährigen brainWEEK schildern. Ein optimaler Einstieg in die "Woche des Gehirns", die 2016 unter dem Motto "Kultur im Kopf" steht. 


Mit den vielfältigen psychischen Krankheitsbildern in verschiedenen Kulturen und ihren Veränderungen im Laufe der Zeit beschäftigt sich die transkulturelle Psychiatrie, die Professor Günter Niklewski in seinem Vortrag vorstellt. Als Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, berichtet er aus erster Hand, was dies für Erkrankungen wie Depression bedeutet. 

Prof. Dr. Dr. Günter Niklewski
Die Sprache prägt das Denken, so eine klassische These der Sprachwissenschaft. Tatsächlich zeigen die Hirnforschung und die Untersuchung beispielsweise von Schlaganfallpatienten, dass Mehrsprachgkeit  Spuren im Gehirn hinterlässt. Die spannenden aktuellen Erkenntnisse berichtet Dr. Rüdiger Lange, Oberarzt in der Klinik für Neurologie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität.

Dr. Rüdiger Lange


Patienten aus Mexiko und Russland haben das beste Gedächtnis - oder? Auf diesen überraschenden Befund deuten zumindest die Resultate psychologischer Tests hin. Dr. Hartmut Lehfeld, Leiter der Gedächtnissprechstunde im Klinikum Nürnberg, erklärt, auf welche Weise kulturelle Vorerfahrungen die Testergebnisse beeinflussen und wie sich Forscher täuschen können, wenn sie dies übersehen.

Dr. Hartmut Lehfeld


 
Montag, 14. März 2016, 18-20 Uhr
Auftaktsoirée: „Kultur im Kopf“
in Kooperation mit dem Klinikum Nürnberg.
Marmorsaal, Gewerbemuseumsplatz 2 (2. OG), 90403 Nürnberg
Eintritt frei!

brainWEEK 2016 in Nürnberg
Kultur im Kopf
14.-20.März 2016
#brainWEEK

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen