News

Donnerstag, 25. Februar 2016

Im Gästebuch geblättert

Neues Feedback von Besucherinnen und Besuchern des Hands-on-Museums:




Zum Weiterlesen:

Mittwoch, 24. Februar 2016

Fremder Schweiß müffelt mehr - oder?


Klar, Schweiß riecht eklig -  fremder Schweiß sogar noch unangenehmer als der der eigenen Leute. Doch woran machen wir das "Fremde" und das "Vertraute" fest? 

Wie leicht sich solche Zuschreibungen manipulieren lassen, zeigte nun ein Forscherteam um den Psychologen Stephen D. Reicher von der britischen University of St. Andrews.

Im ersten von zwei Versuchen fungierten 45 Studentinnen der University of Sussex als Probandinnen. Zunächst wurden sie im Gespräch entweder auf ihre Zugehörigkeit zur Universität, auf ihren Studierendenstatus allgemein oder auf ihre persönliche Identität hingewiesen. Dann ging's ans Schnuppern, und zwar an einem verschwitzten T-Shirt mit dem Aufdruck einer fremden Uni.

Am geringsten fiel der Ekel bei denjenigen Probandinnen aus, die zuvor für ihre Identität als Studierende sensibilisiert worden waren. Nicht überraschend, so die Forscher, empfanden sich die Versuchspersonen doch als Angehörige der gleichen Gruppe wie der unbekannte T-Shirt-Träger.    

Im zweiten Versuch mussten 90 Studentinnen und Studenten an verschwitzten T-Shirts riechen. Diesmal trug das Kleidungsstück entweder das Logo der eigenen Uni, das einer fremden Hochschule oder gar keinen Aufdruck.

Ähnlich wie beim ersten Versuch, wurden die Probanden ebenfalls vor Beginn der Schnupperrunde entweder auf ihren Status als Studierende oder speziell als Angehörige ihrer Universität angesprochen. Doch im Gegensatz zur Vorgängergruppe sollten sie nicht nur die Stärke ihres Ekels einschätzen, sondern hatten auch Gelegenheit, nach Kontakt mit dem Müffel-Shirt ihre Hände zu waschen.

Dabei zeigte sich, dass es die Probanden nach Berührung des "bekannten" T-Shirts weniger eilig zum Waschtisch hatten, als in den beiden anderen Fällen, und dass sie weniger Reinigungsmittel verbrauchten. Für die Forscher ein deutlicher Hinweis, dass das Gefühl der Gruppenzugehörigkeit die Geruchswahrnehmung beeinflussen kann.

Stephen D. Reicher, Anne Templeton, Fergus Neville, Lucienne Ferrari, John Drury: Core disgust is attenuated by ingroup relations. doi: 10.1073/pnas.1517027113

Foto: Shutterstock
Text: Inge Hüsgen
 

Dienstag, 23. Februar 2016

brainWEEK 2016: Lesung mit Prof. Georg Northoff



 
Kultur im Kopf: Das Motto der diesjährigen brainWEEK umreißt gleichzeitig auch ein Forschungsgebiet des Mediziners, Philosophen und Neuroethikers Prof. Georg Northoff. In seinem aktuellen Buch beschäftigt er sich unter anderem damit, wie unterschiedlich Menschen aus westlichen und ostasiatischen Kulturen ein und dieselbe Szenerie warnehmen. 

Als Beispiel nennt Northoff eine chinesische Studie, bei der die Probanden ein Aquarium beschreiben sollten. Darin befanden sich mehrere kleine und ein großer Fisch sowie Wasserpflanzen. Es zeigte sich, dass

bei den westlichen Probanden die Aufmerksamkeit ganz auf den großen Fisch gerichtet war, während die japanischen Teilnehmer eher das Gesamtbild wahrnahmen, 
Nur eines von unzähligen Beispielen, dass in ostasiatischen Kulturen der Kontext stärker ins Auge fällt als das einzelne Element. Verwundert es da noch, dass in der japanischen Gesellschaft - etwa am Arbeitsplatz - die Gemeinschaft eine erheblich größere Rolle spielt als im individualistisch geprägten Westen?

Was solche Erkenntnisse über die Wechselwirkungen zwischen Gehirn und Umwelt bedeuten und was wir daraus über ds "Beziehungsorgan Gehirn" lernen, erklärt Georg Northoff in seiner Autorenlesung im Rahmen der brainWEEK.

Mittwoch, 16. März, 19:30 Uhr (Einlass: 19 Uhr)
Zeitungscafé der Stadtbibliothek Nürnberg (Eingang über Peter-Vischer-Str.)
Prof. Georg Northoff: "Wie kommt die Kultur in den Kopf",
Kartenreservierung über turmdersinne: Tel. 0911 9443281 oder info@turmdersinne.de; Restkarten an der Abendkasse.

brainWEEK 2016 in Nürnberg
Kultur im Kopf
14.-20. März 2016
#brainWEEK 

Zum Weiterlesen: 
Georg Northoff (2014): Wie kommt die Kultur in den Kopf? Eine neurowissenschaftliche Reise zwischen Ost und West. Springer Spektrum. 

Sonntag, 21. Februar 2016

brainWEEK 2016: Anamorphosen mit Jürgen Becker

Jürgen Becker
Nanu, was ist denn mit dem altbekannten Fahrradweg-Symbol passiert? Sehen die Räder nicht normalerweise kreisförmig aus, wie bei einem echten Fahrrad?

Kaum zu glauben, aber das Bild oben zeigt genau dasselbe Symbol, das wir von Fahrradwegen kennen. Dass wir es im Alltag so nicht wahrnehmen, liegt an der besonderen Perspektive: Eine große Abbildung vor uns auf dem Boden erscheint uns immer perspektivisch verkürzt, die elliptischen Räder werden zu annähernden Kreisen "gestaucht".

Solche verzerrten Abbildungen, die erst unter besonderen Betrachtungsbedingungen "richtig" erscheinen, nennt man Anamorphosen. Bereits im 16. Jahrhundert entdeckten die Künstler dieses Spiel mit Verzerrung und  Perspektive, im 19. Jahrhundert etablierte sich eine ganze Industrie für fantasievolle Spielzeuge, bei denen beispielsweise erst ein gekrümmter Spiegel das Motiv erkennen lässt. Heute entdecken junge Gestalter ganz neue Facetten der altehrwürdigen Technik und interpretieren sie mit frischen Ideen. 

Der Physiker Jürgen Becker hat unzählige alte und neue Anamorphosen gesammelt, eine Auswahl zeigt er derzeit im Hands-on-Museum. Anlässlich der brainWEEK hat Becker sich etwas ganz Besonderes ausgedacht: Einen ganzen Vortrgabend voller verblüffender Beispiele aus seiner Schatzkammer. Dabei erfahren die Zuhörer auch, wie eng die Geschichte der Anamorphosen mit Nürnberg und Franken verbunden ist.
 
Dienstag, 15. März 2016
19.00 - 20.30 Uhr
Jürgen Becker

Ver-rückte Bilder: Die Geschichte der Anamorphosen und ihr Bezug zu Nürnberg

Der Vortrag ist allgemeinverständlich und richtet sich an Laien. Geeignet auch für Kinder ab 12 Jahre. Dauer: ca. 90 Minuten.
Einlass: 18:00 Uhr. Der Eintritt berechtigt Sie zum Besuch der Ausstellung vorab.
Eintritt: € 10,- (erm.: € 8,-)
€ 5,- Sonderpreis für turmdersinne-Förderkreis-Mitglieder und Mitarbeiter von Partnerunternehmen des turmdersinne).
Nur mit Voranmeldung:Tel. 0911 94432-81 oder info@turmdersinne.de
Die Teilnehmerzahll ist auf 25 begrenzt.

brainWEEK 2016 in Nürnberg
Kultur im Kopf
14.-20.März 2016
#brainWEEK

Donnerstag, 11. Februar 2016

brainWEEK 2016: Auftakt-Soirée

Franken sagen „Fuß“ und meinen „Bein“, türkische Frauen beschreiben ihre Wanderschmerzen als rollende Murmel: seit Beginn der Menschheit ist Schmerz nicht nur eine Sinneserfahrung, sondern auch Gegenstand der kulturabhängigen Wahrnehmung und Deutung. Herkunft, Sprache, Alter, Religion – diese Faktoren haben Einfluss auf das Erleben von Schmerzen.
Solche Beobachtungen gehören zum Alltag von Dr. Dirk Risack, Oberarzt in der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, Schmerzambulanz an der Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Nürnberg. 

Bereits diese wenigen Beispiele zeigen, dass Kultur und Herkunft unsere Wahrnehmung, Kommunikation und Schmerzempfinden entscheidend mitprägen. Das Gleiche gilt für das psychische Erleben, wie Risack und drei weitere Experten vom Klinikum Nürnberg zum Auftakt der diesjährigen brainWEEK schildern. Ein optimaler Einstieg in die "Woche des Gehirns", die 2016 unter dem Motto "Kultur im Kopf" steht. 


Mit den vielfältigen psychischen Krankheitsbildern in verschiedenen Kulturen und ihren Veränderungen im Laufe der Zeit beschäftigt sich die transkulturelle Psychiatrie, die Professor Günter Niklewski in seinem Vortrag vorstellt. Als Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, berichtet er aus erster Hand, was dies für Erkrankungen wie Depression bedeutet. 

Prof. Dr. Dr. Günter Niklewski
Die Sprache prägt das Denken, so eine klassische These der Sprachwissenschaft. Tatsächlich zeigen die Hirnforschung und die Untersuchung beispielsweise von Schlaganfallpatienten, dass Mehrsprachgkeit  Spuren im Gehirn hinterlässt. Die spannenden aktuellen Erkenntnisse berichtet Dr. Rüdiger Lange, Oberarzt in der Klinik für Neurologie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität.

Dr. Rüdiger Lange


Patienten aus Mexiko und Russland haben das beste Gedächtnis - oder? Auf diesen überraschenden Befund deuten zumindest die Resultate psychologischer Tests hin. Dr. Hartmut Lehfeld, Leiter der Gedächtnissprechstunde im Klinikum Nürnberg, erklärt, auf welche Weise kulturelle Vorerfahrungen die Testergebnisse beeinflussen und wie sich Forscher täuschen können, wenn sie dies übersehen.

Dr. Hartmut Lehfeld


 
Montag, 14. März 2016, 18-20 Uhr
Auftaktsoirée: „Kultur im Kopf“
in Kooperation mit dem Klinikum Nürnberg.
Marmorsaal, Gewerbemuseumsplatz 2 (2. OG), 90403 Nürnberg
Eintritt frei!

brainWEEK 2016 in Nürnberg
Kultur im Kopf
14.-20.März 2016
#brainWEEK

Dienstag, 9. Februar 2016

Im Gästebuch geblättert

Neue Impressionen aus dem Gästebuch im Hands-on-Museum: 







Übrigens: das aktuelle Winterferien-Programm gibt es hier

Zum Weiterlesen:

Sonntag, 7. Februar 2016

Winterferien im turmdersinne



Endlich Fasching, endlich Winterferien! Das Hands-on-Museum turmdersinne hat für alle Jecken und Narren und für alle Neugierigen wieder ein vielseitiges Ferienprogramm zuammengestellt.

Also werft Euch in Eure Kostüme und kommt vorbei! Bis Faschingsdienstag, 09.02.2016, erhalten alle maskierten oder verkleideten Besucher auf den Eintritt 1 Euro Ermäßigung.

Für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren hat das turmdersinne-Team wieder eine spannende Rätselaktion vorbereitet. Wer die kniffligen Aufgaben knackt, kann mit etwas Glück bei einer Verlosung einen tollen Preis zum Staunen und Experimentieren gewinnen.

 Weiter im Programm: zwei Sonderführungen
  • Dienstag, 9. Februar, 14 bis 16 Uhr: Forscherrundgang für Kinder zwischen 6 und 10 Jahren. Kosten: 6,50 Euro pro Kind,
  • Sonntag, 14. Februar, 11.15 bis 13 Uhr: Familien-Erlebnis-Führung für Groß und Klein (Kinder ab 8 Jahren), Kosten: 8,50 Euro (erm.: 6,50 Euro)
Weitere Informationen und Anmeldung: Tel.: 0911 9443281, info@turmdersinne.de

Übrigens: Das Hands-on-Museum ist an allen Ferientagen, also bis einschießlich Sontag, 14.02.2016, von 11 bis 17 Uhr geöffnet - auch morgen, am Rosenmontag, 08.02.

Montag, 1. Februar 2016

Neuentdeckte Nervenzellen können Handlungssignale bremsen



Neurowissenschaftler haben in den Basalganglien (farbig hervorgehoben) einen neuen Typus von Nervenzellen identifiziert.Quelle: Allen Brain Explorer 2


Die Neuentdeckung eines Typs von Nervenzellen im Gehirn wirft neues Licht auf unsere Handlungsentscheidungen und damit auf die Frage, wie es um den freien Willen bestellt ist.

Die sogenannten arkypallidalen Neuronen (Arky-Neurone) sitzen in einem Bereich der Basalganglien unter der Großhirnrinde und haben die Fähigkeit, Handlungsimpulse zu unterdrücken: Durch welche Mechanismen jedoch bestimmte Verhaltensmuster gebremst und andere aktiviert werden, ist im Einzelnen noch kaum erforscht. Ein deutsch-amerikanisches Forscherteam hat einen solchen Prozess nun erstmals Schritt für Schritt in einem Versuch mit Ratten aufgezeichnet, siehe hier.

In den Basalganglien werden Bewegungen geplant, initiiert und angepasst. Dass es dabei zu einer Art Wettkampf zwischen „Stop“- und „Go“-Signalen kommt, hatten die Wissenschaftler bereits zuvor entdeckt. Den aktuellen Forschungsergebnissen zufolge kann das Stop-Signal darüber hinaus seinen „Gegenspieler“ auch unmittelbar beeinflussen.

Das Stop-Signal entsteht in einem bestimmten Areal der Basalganglien, dem Nucleus subthalamicus. Der entgegengesetzte Impuls, das Go-Signal, kommt aus einem anderen Bereich der Basalganglien, dem Striatum. Wie die Forscher nun zeigten, wird dieses Go-Signal wiederum gebremst: durch ein weiteres Stop-Signal, das die Arky-Neuronen an das Striatum senden. Dies trägt entscheidend zum Abbruch der Handlung bei.

Diese Entdeckung eröffnet eine Reihe neuer Fragen. Etwa, wodurch die Aktivität der Arky-Neuronen ausgelöst wird. Darüber hinaus rückt sie die Go-Signale ins Zentrum des Interesses. Bekannt ist, dass sie von Botenstoffen (Neurotransmitter) beeinflusst werden. Man nimmt an, dass zu diesen Stoffen auch das Dopamin gehört. Deshalb erhoffen sich die Forscher von ihrer Entdeckung neue Anstöße für die Behandlung von Erkrankungen wie ADHS, Tics oder Parkinson.

Inge Hüsgen

Zum Weiterlesen:


  • N. Mallet, R. Schmidt, D. Leventhal, F. Chen, N. Amer, T. Boraud, J. D. Berke (2016): Arkypallidal Cells Send a Stop Signal to Striatum, In: Neuron 89, Philadelphia: Elsevier, S. 1-9.
  • A. A. Hamid, J. R. Pettibone, O. S. Mabrouk, V. L. Hetrick, R. Schmidt, C. M. Van der Weele, R. T.  Kennedy, B. J. Aragona & J. D.  Berke (2016): Mesolimbic dopamine signals the value of work, In: Nature Neuroscience 19 (1), London: Macmillan, S. 117-126.