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Donnerstag, 14. Januar 2016

Wie die eigene Stimme unsere Emotionen beeinflusst




Bei vertrauten Personen hören wir bereits an der Stimme, ob sie sich gerade in einem Gefühlshoch oder in düsterer Laune befinden. Eine aktuelle Studie legt nahe, dass wir auch durch den Klang der eigenen Stimme Informationen über unsere Gefühlslage erhalten - freilich, ohne dass wir dies bewusst bemerken. Offenbar beeinflussen diese Informationen durch eine Art Rückkopplung sogar unseren emotionalen Zustand.

Für ihren Versuch ließen Forscher um Jean-Julien Aucouturier von der Pariser Université Pierre et Marie Curie ihre Probanden mit neutraler Stimme einen Text vorlesen. Die Versuchteilnehmer hörten sich dabei selbst simultan über Kopfhörer. Doch sie wussten nicht, dass die Aufnahmen manipuliert waren. Ein Computerprogramm veränderte sie so, dass die Stimme entweder freudiger, trauriger oder ängstlicher klang.

Wie eine Befragung der Probanden ergab, blieb die Manipulation in den meisten Fällen unbemerkt. Gleichwohl ging sie nicht spurlos an den Versuchspersonen vorbei. Dies zeigte sich, als die Forscher sie nach der Vorleseaufgabe zu ihrer augenblicklichen Gefühlslage befragten. 

Die gleiche Frage hatten sie bereits vor dem Versuch beantworten müssen. Nun zeigten sich die Unterschiede: Hatten sie eine traurige Version der eigenen Stimme gehört, fühlten sie sich niedergeschlagener als zuvor. Hingegen schätzten sie nach einer fröhlichen Version ihre Stimmung positiver ein. Diese Veränderung spiegelte sich auch im Hautwiderstand der Probanden wider, welcher als objektive Größe Rückschlüsse auf die Emotionen einer Person erlaubt. 

Text: Inge Hüsgen 
Foto: Shutterstock, fantom_rd

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