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Donnerstag, 30. April 2015

Blaue Nacht im Hands-on-Museum


Zur Blauen Nacht  am Samstag, 02.05.2015, öffnet das Hands-on-Museum turmdersinne von 19 bis 01.00 Uhr seine Pforten. Unter dem Motto "Freier Wille - frommer Wunsch?" sind die Besucherinnen und Besucher  zu spannenden Fragen und Experimenten eingeladen: Haben wir unser Gehirn tatsächlich im Griff, wie wir so gern glauben? Oder ist in Wahrheit das Denkorgan Chef im Haus? Die Wahrnehmungstäuschungen im Turm bringen liebgewonnene Illusionen ins Wanken und zeigen, dass es mit unserem autonomen Willen gar nicht so weit her ist. Freuen Sie sich auf eine Nacht voller Überraschungen!

Achtung: Wegen begrenzter Raumkapazitäten kann es für Museumsbesucher zu Wartezeiten kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Die Blaue Nacht ist eine Kooperationsveranstaltung der Nürnberger Kunst- und Kultureinrichtungen. Das Gesamtprogamm gibt es hier.

Donnerstag, 16. April 2015

Von Sinnen: Gedankenbilder


Klingt esoterisch, ist aber nichts als Wissenschaft, Technologie und künstlerische Schaffenskraft: Dank einer Gehirn-Computer-Schnittstelle können vollständig Gelähmte am Computer malen. 

Prof. Andrea Kübler
Brain Painting heißt das Konzept, das von Andrea Kübler, Professorin für Interventionspsychologie an der Universität Würzburg, gemeinsam mit ihrem Team und dem Künstler Adi Hoesle entwickelt wurde. Was sich dahinter verbirgt, erklärt Andrea Kübler am kommenden Dienstag, 21. April 2015, in einem Vortrag der Reihe "Von Sinnen" im Nürnberger Nicolaus-Copernicus-Planetarium. 

Heute arbeitet eine ganze Reihe von Künstlerinnen und Künstlern mit Brain Painting. Gemeinsam ist ihnen das so genannte Locked-in-Syndrom (LIS), eine Lähmung des gesamten Körpers, verursacht durch unterschiedliche Erkrankungen, wie ALS. Wenn diejenigen Nervenbahnen zerstört sind, die Bewegungsimpulse vom Gehirn in den Körper leiten, leben die Betroffenen "eingeschlossen" in ihrem Körper, oft bleiben ihnen nur kleinste Bewegungen, etwa Blinzeln. 

Was für Gesunde wie ein Alptraum klingt, wird von den Betroffenen mit bewundernswerter Souerität gemeistert - sofern die Bedigungen stimmen. Kommunikation ist dabei der Schlüssel zur Lebensqualität, weiß Andrea Kübler. Genau dafür sorgt die Gehirn-Computer-Schnittstelle (Brain-Computer Inteface, BCI). Über EEG-Elektroden, die an einen Verstärker angeschlossen sind, können die Nutzer, ähnlich wie beim Grafikprogramm GIMP,  über einen Bildschirm Symbole und Arbeitsgeräte auswählen und einen zweiten Bildschirm als "Leinwand" benutzen. Das Resultat beschreibt Andrea Kübler so:
Die Gedanken sind befreit, die Fantasie kann wieder Gestalt annehmen. Neue Stile der einst impressionistisch oder expressionistisch malenden Künstler entwickeln sich und dies alles ohne jegliche Muskelaktivität
So kompliziert das Verfahren auch erscheinen mag, die Küntlerinnen und Künstler können es dennoch unabhängig zuhause anwenden. Pionierin auf diesem Gebiet ist die ALS-Patientin Heide Pfüzner, die inzwischen seit mehreren Jahren mit Brain Painting arbeitet. Wie das Programm funktioniert, wird in diesem Video zu ihrem 2013 gestarteten Crowdfunding-Projekt für die Realisierung einer Ausstellung erklärt:



Prof. Andrea Kübler: Gedankenbilder. Wie die Fantasie vollständig gelähmter Menschen zu Farbe wird 
Dienstag, 21. April 2015, 19.30 Uhr
Nicolaus-Copernicus-Planetarium Nürnberg
Eintritt: 7 Euro (erm.: 5 Euro), Buchung über Bildungszentrum Nürnberg

Donnerstag, 2. April 2015

Von Sinnen: Die Evolution der Fantasie

 "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit",
soll Karl Valentin einmal gesagt haben.Und trotzdem schrecken wir Menschen nicht vor dieser Mühe zurück. Schon Kinder lieben es zu tanzen und zu malen, Erwachsene singen unter der Dusche, dekorieren die Wohnung, und einige schaffen Werke, die selbst nach Jahrhunderten noch faszinieren. Offenbar begleitet die Kunt den Menschen ein Leben lang - und das schon seit der Altsteinzeit.

Aber hat sie einen Nutzen? Löst sie Probleme? Solche Fragen stellen Wissenschaftler wie Thomas Junker. Wie eine mögliche Antwort der Evolutionsbiologie lauten könnte, erklärt Junker am kommenden Dienstag, 08. April 2015, im Nicolaus-Copernicus-Planetarium.

Thomas Junker

Junker ist Professor an der Fakultät für Biologie der Universität Tübingen und stand bereits als Referent beim Symposium turmdersinne 2012 auf dem Podium. In seinem aktuellen Vortrag diskutiert er, welchen evolutionären Vorteil scheinbar nutzloses Kunstschaffen dem Homo Sapiens bringt. Dabei wird es auch um so genannte "teure Signale" gehen - so nennen Evolutionsbiologen Verhaltensweisen, Rituale und körperliche Merkmale, die sich ein Individuum nur leisten kann, wenn es besonders lebenstüchtig ist. Was dies für die gegenwärtige und zukünftige Kunstszene bedeutet? Auch darauf wird Thomas Junker eingehen.

Thomas Junker: Die Evolution der Fantasie. Warum wir ohne Kunst nicht leben können.
Ein Vortrag aus der Reihe "Von Sinnen"
Nicolaus-Copernicus-Planetarium Nürnberg,19.30 Uhr
Eintritt. 7,- Euro/ erm. 5 Euro
Anmeldung: BZ Nürnberg

Zum Weiterlesen:
  • Thomas Junker: Die Evolution der Phantasie: Wie der Mensch zum Künstler wurde. Hirzel Verlag, 2013.
  • Thomas Junker, Sabine Paul: Der Darwin-Code: Die Evolution erklärt unser Leben. Beck, 2010.
  • Thomas Junker, Uwe Hoßfeld: Die Entdeckung der Evolution: Eine revolutionäre Theorie und ihre Geschichte. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2009.