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Samstag, 7. Februar 2015

Mit den Händen Vokabeln lernen



Die Halbjahreszeugnisse sind draußen - genau die richtige Zeit, um sich nach optimalen Lernmethoden umzuschauen, beispielsweise für Vokabeln. Ein Beitrag kommt von Forschern des Leipziger Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften. Das Zauberwort: multisensorisches Lernen. Demnach lernt das Gehirn leichter, wenn mehrere Sinneskanäle gleichzeitig beteiligt sind. So soll beispielsweise jede neue Vokabel mit einer Geste oder einem Bild verbunden werden. 

Ganz neu ist die Idee nicht, nun liefern die Leipziger mit ihrer Studie eine weitere wissenschaftliche Bestätigung. Dafür hatten sie eigens eine Kunstsprache erfunden, damit alle Probanden unabhängig von ihren Sprachkenntnissen mit der Lernen bei Null beginnen mussten. Substantive aus dieser Sprache, genannt „Vimmi“, sollten von den Versuchspersonen eine Woche lang gepaukt werden. Dazu hörten sie das Wort und seine Übersetzung, doch nicht nur das. In einigen Fällen schauten sie ein zum Wort passendes Bild an, in anderen sahen sie, wie jemand anderes eine entsprechende Geste ausführte. In weiteren Varianten zeichneten sie das Wort symbolisch in die Luft oder führten selbst eine passende Geste aus.

Beim anschließenden Vokabeltest zeige sich, dass die Probanden sich am besten an diejenigen Vokabeln erinnerten, die sie durch Ausführen einer Geste gelernt hatten. Nur wenig schlechter waren die Lernergebnisse nach dem Betrachten eines Bildes. Die Teilnehmer jedoch, die den Begriff lediglich nachgezeichnet oder die Geste beobachtete hatten, schnitten nicht besser ab als nach bloßen Zuhören. 

Weiter entdeckten die Forscher, dass beim Betrachten des Bildes das Sehzentrum und bei der selbstausgeführten Geste das Bewegungszentrumim Gehirn aktiviert wurden. Dazu erklärt Versuchsleiterin Katharina von Kriegstein: 

Wenn wir beispielsweise einen zu lernenden Begriff mit einer Geste nachstellen, schaffen wir zusätzlichen Input, der dem Gehirn das Lernen erleichtert.“

Lässt sich der Lernerfolg durch Einbezug meherer Sinne weiter steigern? Von Kriegstein antwortet vorsichtig optimistisch: 

Wahrscheinlich ja, wie stark sich der Lernerfolg aber durch mehrere Sinne steigern lässt, wissen wir nicht. Die einzelnen Sinneseindrücke sollten aber idealerweise zusammenpassen. Wer also zum Beispiel das spanische Wort für Apfel lernen will, sollte eine Apfel-Geste machen, einen Apfel schmecken oder ein Apfelbild betrachten.“

Inge Hüsgen

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