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Mittwoch, 4. Februar 2015

Immer schön im Gleichgewicht bleiben!

Wenn es bei den frostigen Temperaturen dieser Tage auf dem Fußweg glatt wird, ist geschicktes Balancieren gefragt. Unterstützung bekommt unser Gehirn bei dieser Aufgabe durch bestimmte Nerven im Rückenmark, wie amerikanische Forscher nun  zeigen konnten.

Schon seit langem weiß man, dass für solche Gleichgewichsleistungen ein komplexes Zusammenspiel etwa von Drucksensoren in den Fußsohlen mit Gehirn und Rückenmark verantwortlich ist. Dieses sensomotorische Steuerungssystem ermöglicht es uns, das Weggleiten der Füße durch Gegenbewegungen auszugleichen, wenn wir uns Schritt für Schritt über eine Eisfläche tasten. Doch unklar war, wie die Kooperation im Detail geschieht.

Keine winterlichen Spaziergänger, sondern Mäuse waren die "Versuchsobjekte" der Forschergruppe um Martyn Goulding vom Salk Institute for Biological Studies im kalifornsichen La Jolla. Bei ihrer Untersuchung entdeckten sie Verbindungen zwischen den Drucksensoren und einem bestimmten Nerventyp, den  sogenannten RORα-Neuronen. Diese sind ihrerseits mit dem Bewegungszentrum im Gehirn verknüpft und besitzen außerdem Verbindungen mit denjenigen Nerven im Rückenmark, die die Bewegungen der Gliedmaßen steuern.

Bei Versuchen mit speziell gezüchteten Mäusen ohne funktionierende RORα-Neuronen zeigte sich, dass die Tiere beim Balancieren auf einem schmalen Steg in größte Schwierigkeiten kamen, während sie sich auf normalem Untergrund problemlos fortbewegten. Goulding und seine Kollegen sind deshalb überzeugt, dass die RORα-Neuronen eine entscheidende Rolle beim Balanceakt spielen. Wie eine Schaltzentrale koordinieren sie demnach all die Informationen die zum Ausbalancieren notwendig sind.




Inge Hüsgen

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