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Sonntag, 19. Oktober 2014

Schmerz ist ein "sozialer Klebstoff"



Fiese Aufgaben in kaltem Wasser, anstrengende Körperübungen, brennend scharfes Chili auf der Zunge - solche schmerzhaften Erfahrungen schweißen zusammen. Dies zeigte eine Testreihe eines australischen Psychologenteams um Brock Bastian von der Universtiy of New South Wales. Doch dies war nur ein Teil des Versuchs. Anschießend bekamen die Probanden eine Gruppenaufgabe, genauso wie eine Kontrollgruppe, die es vorher mit angenehm warmes Wasser und milden Speisen zu tun hatte. 

Dabei mussten sie sich zwischen Egoismus und Kooperation entscheiden: Die Mitglieder beider Gruppen sollten jeweils eine Zahl zwischen Eins und Sieben nennen. Wenn alle in der Gruppe die Sieben nahmen, winkte jedem die gleiche Belohnung. Entschieden sie sich aber für verschiedene Zahlen, bekam derjenige mit der kleinsten Zahl den größten Anteil. Wer also die Eins wählte, sicherte sich den Löwenanteil - auf Kosten seiner Teamkollegen. 

Alle Teilnehmer hatten sich zuvor bei einer Befragung gleich loyal gegenüber ihren Teamkollegen geäußert. Beim Geld-Versuch zeigte sich dennoch ein deutlicher Unterscheid: Die entbehrungsreiche Gruppe einigte sich in den meisten Durchgängen auf die Sieben, während dies in der Kontrollgruppe nur in der Hälfte aller Durchgänge geschah.

Schmerz ist ein "sozialer Klebstoff", schlussfolgert Versuchsleiter Brock Bastian. Mit den Ergebnissen seiner Studie ließen sich die sozialen Prozesse beim Mannschaftssport und anderen, körperlich anstrengenden Gruppenaktivitäten erklären. Zum Glück kann man den Effekt auch auf angenehmere Weise erreichen, so der Psychologe: "Auch eine scharfe Mahlzeit mit Freunden kann sich positiv auf das Miteinander auswirken." 

Die spannenden, teils überraschenden Facetten des menschlichen Miteinanders und waren auch Thema beim Symposium turmdersinne 2014 Ende September in Fürth. Zum Nachlesen und Neu-Entdecken sind inzwischen zahreiche Vortragsfolien der Referentinnen und Referenten online. Weiteres Material folgt in Kürze.

Bereits jetzt laufen die Vorbereitungen für das Symposium 2015. Bleiben Sie dran: #symp2015.

Inge Hüsgen

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