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Donnerstag, 28. August 2014

Energiefresser Gehirn



Nicht weniger als ein Fünftel der Energie unseres Körpers wird vom Gehirn verbraucht, bei Kindern verschlingt das Denkorgan sogar noch mehr Power. Zum Wachsen und Arbeiten braucht es eine bestimmte Zuckerart, Glukose. Dass sich dieser Bedarf entscheidend auf unser Heranwachsen auswirkt, davon sind nun amerikanische Wissenschaftler überzeugt. Nach Ansicht von Chris Kuzawa (Northwestern University, Evanston) und seinem Team erklärt dies, warum junge Affen schneller erwachsen werden als Menschenkinder. 
 
Ihre Forschungsergebnisse bestätigen, was bereits seit längerem vermutet wird: Wenn das Gehirn wächst, muss der Körper andernorts Ressourcen sparen, schließen die Amerikaner aus ihrer PET-Untersuchung von 36 Probanden zwischen dem Säuglings- und dem Erwachsenenalter. Auf dem Höhepunkt seines Wachstums, im Alter von fünf Jahren, verbraucht das Gehirn stolze 43 Prozent der gesamten Energie des Körpers. Das ist doppelt so viel wie bei Erwachsenen. Ein knappes Drittel dieser Energie wird mittelbar in den Aufbau von Synapsenverbindungen im Gehirn investiert. Kein Zufall also, dass Kinder in dieser Zeit langsamer wachsen und nicht so aktiv sind wie in anderen Lebensphasen.
Als Menschen haben wir viel zu lernen, und dieses Lernen braucht ein komplexes und energiehungriges Gehirn,
erklärt Kuzawa dazu.

Dass sich die Investition ins Denkorgan lohnt, zeigt sich nicht zuletzt im menschlichen Miteinander. Kinder lernen im Umgang mit anderen Personen, sich in ihr Gegenüber hineinzuversetzen, bauen ein gesundes Selbstwertgefühl auf – und schaffen damit die Basis für den sozialen Umgang, der Gesellschaft erst möglich macht. 

Was renommierte Wissenschaftler über unser „soziales Gehirn“ herausgefunden haben und welche Fragen noch zu diskutieren sind, erörtert das Symposium turmdersinne, das vom 26. bis 28. September 2014 in Fürth stattfindet. Das Programm gibt es hier, die Online-Anmeldung steht noch bis 19. September offen.

Inge Hüsgen

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