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Freitag, 11. Juli 2014

Außer Sinnen: Auf den Spuren der Geisterjäger



Dr. Sebastian Bartoschek

Unerklärliche Phänomene, seltsame Geräusche im Haus – spukt es da etwa? Ein Fall für die Geisterjäger. Sie rücken mit Hightech-Gerät und enormer Motivation an: Knapp 30 Ghosthunter-Teams in sind Deutschland unterwegs, um dem Paranormalen auf die Schliche zu kommen; besuchen die spukverdächtigen Orte, befragen Zeugen und führen aufwändige Messungen durch.

Der Psychologe Dr. Sebastian Bartoschek hat sich eingehend mit der Szene beschäftigt. In einem Vortrag der Reihe "Außer Sinnen" berichtete er nun in Nürnberg von seinen Eindrücken.

In der Regel betrachten sich Ghosthunter selbst als Skeptiker. Das würde bedeuten, eine These zu formulieren, sie zu testen und - je nach Ergebnis - anzunehmen oder auch zu verwerfen. Doch damit hapert es bei den Geisterjägern ein wenig, so Bartoscheks Fazit.

Denn leicht spielt uns die Wahrnehmung einen Streich: Wir erkennen Muster, wo keine sind; glauben aus Geräuschsalat vom Tonband Wörter herauszuhören. Und: Nicht einmal die Technik ist unfehlbar. Je aufwändiger die Technologie, desto eher schleichen sich Artefakte und Messfehler ein. Woher sie kommen, ist schwer – in einigen Fällen gar nicht – zu ermitteln. Aber muss man deshalb paranormale Kräfte annehmen? Wohl kaum.

Was den Ghosthuntern fehlt, fasst Bartoschek so zusammen: Zum einen müssen begründete Standards her. Es muss klar sein, was Ghosthunter mit welchen Methoden messen wollen und wann sie mit ihren Thesen definitiv daneben liegen. Und vor allem eines fehlt: die Geister ...

Übrigens: Am komenden Dienstag, 15. Juli 2014, steht die nächste Veranstaltung der Rehie "Außer Sinnen" auf dem Programm. Unter dem Titel "Gymnastik fürs Gehirn" wirft die Erziehungswissenschaftlerin Dr. Barbro Walker einen kritischen Blick auf die "Lerntechniken" Brain-Gym und Edu-Kinestetik.

Dienstag, 15. Juli 2014, 19.30 Uhr
Nicolaus-Copernicus-Planetarium Nürnberg
Eintritt: 7,- Euro/ erm. 5,- Euro 
Buchung über BZ (Kurs-Nr. 00934)

Text: Inge Hüsgen
Foto: Dominique Böhm

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