News

Mittwoch, 12. März 2014

brainWEEK 2014: Auftakt

Am vergangenen Montag, 10. März 2014, begann die Nürnberger brainWEEK mit einer Auftaktsoiree im Marmorsaal. Unter dem Titel "Neuronenfütterung - Nahrung und Gehirn" führten fünf Experten von Nürnberger Klinikum die Besucher in das Thema der diesjährigen "Woche des Gehirns" ein. Moderatorin war die Journalistin Ulrike Nikola vom Bayerischen Rundfunk.
Prof. Dr. Frank Erbguth, Prof. Hans-Herbert Steiner, Dr. Christian Böhm, Ulrike Nikola, Dr. Karl-Heinz Krumwiede, Dr. Drik Risack  (v. l.). 
Das Themenspektrum war vielfältig. So widmete etwa sich Oberarzt Dr. Christian Böhm von der Klinik für Neurologie diesen Fragen: Wie kann die Ernährung das Schlaganfall-Risiko beeinflussen - und mit welchen Tricks schaffen wir den Absprung von schlechten Ernöhrungsgewohnheiten?

Doch nicht nur hinsichtlich der Vorbeugung interessieren sich Mediziner für die Wechselwirkungen zwischen Ernährung und Hirnleistung. Mit dem intensiv diskutierten Thema Neuroenhancement setzte sich Prof. Dr. Frank Erbguth, Chefarzt der Klinik für Neurologie, in seinem Vortrag auseinander. So genannte Neuroenhancer - legale "Doping"-Mittel fürs Gehirn - sollen Gedächtnis und Konzentration puschen, Müdigkeit bekämpfen und vieles mehr. Doch welche langfristigen Folgen bringen diese vermeintlichen Wundermittel für die Leistugnsgesellschaft mit sich? Bis heute muss diese Frage offen bleiben, so Erbguth.

Mit einem appetitlichen Thema hat sich Oecotrophologe Dr. Karl-Heinz Krumwiede auseinandergesetzt. Der Leiter der Ernährungsberatung der Klinik für Gastroenterologie sprach über die Mittelmeerkost, die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen minimieren soll. 

Was "Hirnnahrung" gegen chronische Schmerzen ausrichten kann, erklärte anschließend Dr. Dirk Risack, Oberarzt und Schmerztherapeut der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin. Da sich bei chronischen Schmerzen die Hirnstruktur verändert, muss eine effektive Schmerzbekämpfung auch im Gehirn ansetzen. Risacks Fazit: Damit sich die Nervenzellen in den Schmerzzentren neu programmieren können, brauchen sie "Futter" in Form von Informationen, sprich: neuen Eindrücken.

Hirntumoren aushungern oder mit Fett "füttern"? Tierversuche weisen darauf hin, dass kurzzeitiges Fasten bestimmte Tumoren anfälliger für Chemo- oder Strahlentherapie macht. Dagegen empfehlen andere Studien  eine fettreiche Ernährung mit wenig Kohlenhydraten, da dies das Wachstum des Tumors drosselt. Prof. Hans-Herbert Steiner von der Klinik für Neurochirurgie brachte mit seinem Vortrag Orientierung in das Studien-Wirrwarr. Auf jeden Fall sollten Therapie und Ernährungsform mit den behandelnden Ärzten abgesprochen werden, so sein dringender Rat.

Volles Haus im Marmorsaal


Die brainWEEK - Internationale Woche des Gehirns - findet in diesem Jahr zum 18. Mal statt. Einrichtungen in Deutschland sind zum 14. Mal dabei. Informationen zu den weiteren Veranstaltungen der brainWEEK in Nürnberg finden Sie hier.

Text: Inge Hüsgen 
Fotos:  2014 Karin Becker im Auftrag des turmdersinne
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen