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Mittwoch, 8. Januar 2014

Highlights der Hirnforschung 2013



Und noch ein Jahresrückblick: Für die Hirnforschung war 2013 ein Jahr voller Ereignisse. Eine – zugegebenermaßen unvollständige - Liste hat Wissenschaftsjournalist David DiSalvo für das Magazin Forbes zusammengestellt.

Einige Highlights:
  • Müllentsorgung im Schlaf: Unser Gehirn macht’s vor. Das Forscherteam um die Neurochirurgin Maiken Nedergaard von der University of Rochester hat den Mechanismus entdeckt, mit dem sich das Denkorgan seiner giftigen Abfallstoffe entledigt. Das klappt nur im Schlaf. Maiken Nedergaard: "Schlafmangel ist also eine ganz üble Sache, nicht nur aus den hinlänglich bekannten Gründen. Mit der Zeit kann er sogar zu neurologischen Störungen wie Alzheimer führen.”
  • Hirn fühlt mit: Werden Probanden mit der Aussicht auf schmerzhafte Elektroschocks bedroht, zeigen Hirnscans Aktivität in bestimmten Hirnarealen. Erleben die Versuchspersonen, wie dieselbe Drohung gegenüber einem Fremden ausgesprochen wird, bleibt die Hirnaktivität aus. Anders jedoch, wenn es sich bei dem Bedrohten  um einen Freund der Probanden handelt: Dann reagiert das Gehirn genauso, als wäre man selbst in Gefahr, so das Ergebnis einer amerikanischen Untersuchung. Dazu der Psychologe James Coan, Koautor der Studie: "Dieses Ergebnis zeigt, dass das Gehirn die bemerkenswerte Fähigkeit besitzt, das Selbst auf andere Personen abzubilden. Dass nahestehende Menschen ein Teil von uns werden, ist nicht bloß eine Metapher oder ein Stück Poesie, es ist ganz real."
  • Amygdala sieht mit: Bei Rindenblindheit arbeiten zwar die Augen normal, doch ein Teil der Hirnrinde, der visuelle Kortex, ist geschädigt. Dass das Gehirn dennoch in gewisser Weise „sehen“ kann, legt eine aktuelle Studie im  Journal of Neuroscience nahe. Der Proband erkannte trotz völliger Rindenblindheit, ob er von einer anderen Person angeschaut wurde oder ob sie in eine andere Richtung sah. Obwohl sein visueller Kortex die Blicke nicht wahrnahm, zeigte der Hirnscan dennoch Aktivität – allerdings in einem anderen Hirnareal, der Amygdala. Die Amygdala ist unter anderem dafür zuständig, bedrohliche Situationen einzuschätzen.
Den ganzen Artikel mit weiteren bahnbrechenden Entdeckungen des letzten Jahres gibt es hier

Inge Hüsgen

Neue Sonderaustellung: Experiment & Fotografie

Mit einer Sonderausstellung startet das Hands-on-Museum turmdersinne am Westtor der Nürnberger Stadtmauer ins neue Jahr. Ab Donnerstag, 9. Januar 2014, zeigt Udo Beck eine Auswahl seiner Arbeiten. Die Ausstellung, die bis 27. April zu sehen ist, versammelt ganz unterschiedliche Techniken, denen dennoch eines gemein ist: Es geht ums Fotografieren - ohne Kamera.



Udo Beck: Tampas

„Experiment & Fotografie“ nennt der Nürnberger Künstler und Ingenieur seine Ausstellung, in der er das Feld zwischen Wissenschaft und Kunst auslotet. So besitzen seine Arbeiten allesamt einen experimentellen Charkter. Die "Chemigramme" sind durch die Reaktion von chemischen Substanzen, wie Entwickler und Fixierer, mit Fotopapier entstanden. Bei der Entstehung der "Photogramme" spielt Licht eine entscheidende Rolle: Das Bild entsteht, wenn transparente Gegenstände auf belichtetem Fotopapier ein negatives Schattenbild hinterlassen. Die Viskosität (Zähflüssigkeit) von Mallacken hat Udo Beck in den Arbeiten aus der Serie "Viskoelastisch" erkundet. Abgerundet wird die Ausstellung durch eien Reihe von Fotografien, die  mit Hilfe einer 111-löchrigen Camera-Obscura entstanden sind.

Wer selbst eine solche ungwöhnliche Technik ausprobieren möchte, hat dazu am Samstag, 15. Februar 2014, Gelegenheit: Ab 10 Uhr lädt der Künstler zum Workshop „Chemigramme“ in sein Atelier.
Kosten für den Workshop: 10 Euro.
Weitere Informationen bei der Anmeldung. 

Kostenlose Sonderführungen durch die Ausstellung finden an jedem ersten Mittwoch des Monats statt:
5. Februar 2014,
5. März 2014,
2. April 2014,
jeweils von 18 bis 19 Uhr. 

Anmeldung für den Workshop und zur Sonderführung: telefonisch unter 0911 / 9443281 oder per E-Mail.

Ralf Mitschke, Inge Hüsgen