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Dienstag, 23. Dezember 2014

Erratum: Sonderausstellung im Hands-on-Museum



Grafik: Jürger Becker, www.webec.de

Bei der Ankündigung der nächsten Sonderausstellung im Hands-on-Museum im aktuellen turmdersinne-Newsletter SinnesOrgan ist der Redaktion bedauerlicherweise ein Fehler unterlaufen. Statt der dort angekündigten Anamorphosen (siehe Bild) wird ab 23. Januar 2015 eine Auswahl von Arbeiten des Malers Akbar Akbarpour gezeigt. Der in Fürth ansässige Künstler setzt sich in seinen Werken mit dem Spannungsfeld von Wahrnehmungsphänomenen und Abstraktion auseinander, die Ausstellung läuft bis 7. Juni 2015.

Übrigens: Die im aktuellen turmdersinne-Newsletter SinnesOrgan abgedruckte Anamorphose (siehe Bild) wurde von dem Physiker und Anamorphose-Experten Jürgen Becker erstellt. Gemeinsam mit ihm stellt das turmdersinne-Team spätestens für 2016 die ursprünglich schon für Januar 2015 geplante gemeinsame Anamorphosen-Ausstellung zusammen. Mehr dazu demnächst hier im Blog.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Gummihand: Im Körper des Fremden

Besucher der mobilen Ausstellung tourdersinne haben sie schon selbst ausprobiert und nicht schlecht gestaunt: die Gummihand-Illusion zeigt, dass sich selbst die Wahrnehmung von eigenen Körperteilen hinters Licht führen lässt. Dank eines einfachen, aber ausgeklügelten Versuchsaufbaus kann es sogar passieren, dass wir eine Gummi-Attrappe für die eigene Hand halten.


Forscher sind noch einen Schritt weiter gegangen. So diskutiert ein spanisch-britisches Autorenteam die Psychologin Lara Maister einen Versuch, in dem hellhäutigen Probanden die Illusion vermittelt wurde, an einzelnen Körperteilen oder auch am ganzen Körper dunkle Haut zu besitzen. Bei anderen Versuchen ging es um eine Veränderung von Alter und Geschlecht. Junge Probanden empfanden Körperteile mit deutlichen Altersspuren als ihre eigenen; Männer glaubten, eine Frauenhand zu besitzen und umgekehrt.

Vor und nach dem Experiment ermittelten die Forscher, in welchem Grad die Versuchspersonen implizite Vorurteile gegen andere Gruppen hegten. Und siehe da: Nachdem sich die Probanden zeitweilig einer anderen Gruppe zuehörig fühlten, begegneten sie genau dieser Gruppe mit positiveren Assoziationen.

Wie lange die Veränderung anhält, ist noch unklar, schreibt Karen Hopkin in Scientific American:
But a journey of a thousand miles begins with a single step. Even if you take that step on virtual feet.
Inge Hüsgen 

Zum Weiterlesen: 

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Benefind: Klicken für den guten Zweck






Den turmdersinne bequem vom Rechner aus per Mausklick unterstützen – die gemeinnützige Suchmaschine benefind macht’s möglich. Und zwar ganz kostenlos für den User. Für jede zweite Suchanfrage spendet benefind einen Cent an eine gemeinnnützige Organisation Ihrer Wahl. Die Seite verwendet den Engine von Yahoo und läuft unter Firefox 16 und IE8 sowie den aktuellen Versionen von Chrome und Safari. finanziert wird das Ganze durch Werbeeinnahmen.


So wird's gemacht: 
  • Hier im Suchfeld turmdersinne eingeben
  • Klick auf "Auswählen", fertg! 
Auch beim Online-Shopping können Sie dank benefind den Turm unterstützen - natürlich ebenfalls für sie kostenfei. Dazu benefind: 
Immer, wenn Sie über die neue Shop-Suche bei eiem beliebigen Online-Shop einkaufen, erhält benefind eine Verkaufsprovision. Ca. 70% der gesamten Provisionseinnahmen werden an die registrierten Organisationen ausgezahlt. Auf diese Weise erhält die Organisation Ihrer Wahl eine Zuwendung von bis zu 10% Ihres Einkaufswertes und zwar ohne  dass Sie beim Einkauf mehr bezahlen müssen. 
Den aktuellen Spendenstand  finden Sie hier
Bereits jetzt ein herzliches Dankeschön an alle Untestützer!

Samstag, 6. Dezember 2014

Geschenktipps fürs Hirn



Na, schon alle Weihnachtsgeschenke eingekauft? Wer noch eine zündende Idee sucht oder sich vom Getümmel in den Einkaufsstraßen lieber fernhält, für den hat das turrmdersinne-Team einige Anregungen zusammengestellt.

  • Wie wäre es mit einem Gutschein für einen Besuch im Hands-on-Museum? Einfach portofrei bestellen. Neben den klassischen Exponaten zum Ausprobieren erwartet die Besucher noch bis 11. Januar die Sonderausstellung „Everyday Illusion" mit preisgekrönten Fotografien.

  • "Von Sinnen" und "Außer Sinnen" unterm Baum: Bei verbindlicher Buchung einer der beiden Vortrgsreihen bis zum 31. Dezember 2014 schenkt Ihnen der turmdersinne eine Freikarte fürs Hands-on-Museum am Westtor. Wer gleich beide Reihen bucht, erhält eine kostenlose Familienkarte. Zur Buchung der Reihe "Von Sinnen" bitte hier entlang, die Karten für "Außer Sinnen" gibt es hier. Für die Freikarten einfach die Anmeldebestätigung per Post (Büro turmdersinne, Spittlertorgraben 45, 90429 Nürnberg) oder als E-Mail-Anhang schicken. Damit wir Ihnen die Freikarte(n) zuschicken können, igene Postanschrift nicht vergessen!

  • Oder darf es Lesefutter sein? Inzwischen sind zehn Symposiumsbände mit den Vorträgen der erfolgreichen Symposien turmdersinne zum Nachlesen erschienen, das breite Themenspektrum reicht von Willensfreiheit über Hirndoping bis zur Geschlechterdiskussion aus Sicht der Hirnforschung. Ganz aktuell ist der Begleitband zum Symposium 2013, „Bewusstsein – Selbst Ich“ hinzugekommen. Selbstversdtändlich finden Sie im turmdersinne-Buchshop noch viele weitere spannende Titel zu Themen wie Bewusstsein, Wahrnehmung,  Mensch / Evolution und Emotion. 
 Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern, Aussuchen und Schenken!

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Sinneszauber: Wettbewerbe für Lehrer und Schüler



Die Philo-Clique: Phil, Mia, Sophia, Tom und Hund Harri
Grundzüge des Projekts "Sinneszauber" konnten die Besucher des Symposiums turmdersinne 2014 bereits im Einsatz erleben. Wenn es nun an die Ausgestaltung geht, sind kreative Köpfe gefragt! 

Sinneszauber, das ist ein Philosophie-Projekt für Schüler ab Jahrgangsstufe 8, das der turmdersinne gemeinsam mit der Virtuellen Schule e.V. und unterstützt von der Bayerischen Sparkassenstiftung ins Leben gerufen hat. Neben 14 Infotafeln zu philosophischen Fragestellungen gehören auch Alltagseschichten aus der Welt von vier Jugendlichen, der „Philo-Clique“, dazu. 

Immer geht es um ganz große Fragen - die den Menschen gleichwohl stetig begleiten: Was ist Wahrheit? Wie können wir (Selbst-)Täuschungen verhindern und zu verlässlichen Aussagen über die Welt kommen? Taugt Glück als Handlungsziel – und wenn ja: wessen Glück? Und was ist der Mensch eigentlich?

Für den Einsatz in der Schule eröffnet Sinneszauber ein breites Spektrum von didaktischen Möglichkeiten. Um die besten Unterrichtskonzepte zum Projekt geht es nun in einem ersten Wettbewerb für Lehrerinnen und Lehrer. Ein Beispiel für ein Unterrichtskonzept zum Einstieg in die Ausstellung gibt es hier.

Schülerinnen und Schüler können in einem zweiten Wettbewerb ihre Gedanken spielen lassen. Prämiert werden die besten selbstgeschriebenen Episoden, in denen die Philo-Clique im Alltagsleben auf philosophische Probleme stößt. Die spannende Frage: Wie reagieren Mia, Phi, Sophia und Tom mit ihren unterschiedlichen Charakteren darauf?

Einsendeschluss für beide Wettbewerbe ist der 22. April 2015. 

Inge Hüsgen

Freitag, 14. November 2014

Foto-Workshop und Philosophie im Turm


Ein Foto-Workshop für Schülerinnen und Schüler und ein Gespräch unter Philosophen stehen nächste Woche im Hands-on-Museum auf dem Programm.

Los geht's am schulfreien Mittwoch, 19. November („Buß- und Bettag“) mit einen Angebot für Jugendliche ab 12 Jahren. Unter dem Motto "Spaß am Sehen" lernen die jungen Teilnehmer zunächst anhand von Ausstellungsexponaten die Grundlagen des Sehens kennen. Anschließend erforschen sie gemeinsam mit der Nürnberger Fotokünstlerin Annette Horn, welche Bildeffekte sich durch Schatten, Spiegel, Prismen und Farbfilter herbeizaubern lassen. Bitte Fotokamera/-Handy nicht vergessen!

Am darauffolgenden Donnerstag, 20. November, dem „UNESCO-Welttag der Philosophie“, wird im 5. Stock des Turms, dem „Oberstübchen“ in kleiner, lockerer Runde diskutiert. "Geist im Turm" heißt der Termin, zu dem Gastgeber Helmut Fink alljährlich Gesprächspartner mit philosophischem Hintergrund einlädt. In diesem Jahr begrüßt er die beiden Vorsitzenden der Gesellschaft für kritische Philosophie Nürnberg (GKPN) und der Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft (LFG) Helmut Walther und Dr. Frank Schulze. Neben den Aktivitäten dieser beiden Nürnberger Gesellschaften werden im Gespräch auch Werk und Wirkung von Philosophen wie David Hume, Ludwig Feuerbach und Karl Popper zur Sprache kommen. Willkommen sind alle Interessenten, die Neugierde auf die Ideen dieser einflussreichen Denker mitbringen.

  • Mittwoch, 19.11.2014, 9.30 bis 13.00 Uhr: Workshop "Spaß am Sehen" in Kooperation mit dem Humanistischen Verband Deutschlands HVD Bayern. Eintritt und Material: 9,- Euro. Das Angebot setzt sich zusammen aus der Führung (60 min.) und demWorkshop (90 min.), beide sind nur zusammen buchbar. 
  • Donnerstag, 20.11.2014, 19.30 Uhr: Geist im Turm. Eintritt 8,- € / erm. 6,- €. 
Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten sind die Teilnehmerzahlen für beide Veranstaltungen begrenzt. Um Voranmeldung wird daher gebeten: 0911 / 9443281 oder hier.


Dienstag, 4. November 2014

Raben: Strategische Machtspiele



Dass Rabevögel ein komplexes Sozialleben führen, wissen wir schon seit längerem. Eine ganze Reihe von Beispielen für die sozialen Kompetenzen der klugen Vögel hat der Zoologe und Evolutionsbiologe Josef Reichholf in einem Buch gesammelt. Beim Symposium turmdersinne 2014 im September berichtete Reichholf ebenfalls über das Sozialleben dieser Tiere.

Ausgeklügelt sind auch die Strategien, mit denen die Vögel ihre eigene Position in der Gruppe sichern. Worum es dabei geht? Um Beziehungspflege und Bündnispolitik – und darum, mißliebige Allianzen zum richtigen Zeitpunkt zu verhindern. 

Was so menschlich klingt, haben Kognitionsbiologen der Uni Wien und der Konrad-Lorenz-Forschungsstelle in Grünau bei wildlebenden Kolkraben in den Alpen beobachtet – erstmals, wie die Forscher betonen. Kolkraben schließen durch gegenseitiges Kraulen Bündnisse untereinander, die sich bei Konflikten innerhalb der Gruppe auszahlen: Bei Streitigkeiten kann jedes Tier auf die Unterstützung seiner Verbündeten zählen. Wer viele Allianzen mit starken Partnern schließt, wird zu einem starken Gegner und kann die bestehenden Machtverhältnisse durcheinanderbringen.

Doch so glatt geht es nicht immer, wie die Forscher um Thomas Bugnyar feststellten. Nicht selten kam es vor, dass sich ein dritter Rabe störend in die Kraul-Sitzungen einmischte. In der Hälfte aller Fälle gelang es dem Störer sogar, die beiden Partner zu trennen. Und das, obwohl das Manöver ihnen keinen unmittelbaren Vorteil brachte.

Bei den Störern handelte es sich meist um Tiere mit guten sozialen Beziehungen, die Gestörten dagegen waren oft gerade dabei, eine neue Allianz zu knüpfen. Für die Forscher gute Gründe, in den Attacken gezielte Angriffe auf zukünftige Konkurrenten zu vermuten. Allerdings stellten die neuen Bündnisse zum Zeitpunkt des Angriffs noch gar keine Gefahr für den „Status quo“ dar. Es spricht einiges dafür, dass die intelligenten Vögel den taktisch richtigen Zeitpunkt für eine Intervention erkennen.

Inge Hüsgen 

Samstag, 1. November 2014

Wie Babys ängstliche Gesichter erkennen



Stimmen und Gesichter. Das ist es, was uns Menschen interessiert, von Anfang an. Schon Neugeborene reagieren auf den direkten Blick ihres Gegenübers, wie die Heidelberger Entwicklungspsychologin Sabina Pauen beim Symposium turmdersinne 2014 im September erläuterte.

Nicht ohne Grund spricht Pauen von "sozialen Entdeckern in Windeln". Dass Babys offenbar bereits mit sieben Monaten Emotionen im Gesicht ihres Gegenübers erkennen, darauf weisen nun aktuelle Forschungsergebnisse hin. Ein unmerklich kurzer Blick in die Augen genügt dazu, so Sarah Jessen und Tobias Grossmann vom Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften.

Eine Schlüsselrolle spielt dabei die weiße Lederhaut des Auges, auch Sclera genannt. Beim Menschen ist sie sehr viel deutlicher zu sehen als bei den meisten Tieren, bei denen lediglich die Iris des Auges sichtbar ist. Dank ihr erkennen wir sofort die Blickrichtung unseres Gegenübers. Besonders stark tritt die Lederhaut bei angstvoll geweiteten Augen zutage – ein Alarmsignal für den Betrachter. 

Doch kommt es dabei tatsächlich nur auf die Lederhaut an? Und reagieren Babys auf solche Signale auch, wenn sie nur für Sekundenbruchteile sichtbar sind? Um dies herauszufinden, zeigten die Forscher ihren kleinen Probanden für 50 Millisekunden Bilder von Gesichtern - zu kurz, um in diesem Alter bewusst wahrgenommen zu werden. Die Bilder waren stark schematisiert und zeigten lediglich die weiße Sclera auf schwarzem Grund, sodass die Babys sich nicht an anderen Bildinformationen, etwa der Mimik, orientieren konnten. Einige Augenpaare schauten die Babys direkt an, andere blickten an ihnen vorbei. 

Wie eine gleichzeitige Messung de Hirnaktivität zeigte, reichten die winzige Zeitspanne und die reduzierte Darstellung aus, um bei den Säuglingen Reaktionen hervorzurufen.Bilder mit ängstlichen Blicken riefen die stärksten Reaktionen in verschiedenen Hirnarealen hervor – besonders, wenn die Augen direkt auf den Betrachter gerichtet waren. Schaute die abgebildete Person am Betrachter vorbei, fiel die Angstreaktion etwas schwächer aus.

Studienleiter Tobias Grossmann kommt zum folgenden Fazit: "Dass Menschen die Blicke und Gefühle anderer schon von frühester Kindheit an lesen können, ist ein Indiz dafür, wie wichtig diese Fähigkeit für unser Zusammenleben ist." Demnach ist das Erkennen von Emotionen in Gesichtern ein zentrales Indiz für die soziale Entwicklung. Gerät sie zwischen dem zweiten und sechsten Lebensmonat ins Stocken, kann dies auf spätere soziale Defizite oder Autismus hinweisen.

Inge Hüsgen

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Schimpansen: Wer zuerst kommt ...



Manchmal muss man clever in die Zukunft denken, um sich eine knappe Delikatessen zu sichern. Vieles spricht dafür, dass wir Menschen mit dieser Fähigkeit nicht allein sind. Genau dasselbe tun offenbar wildlebende Schimpansen, wie Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie (Leipzig) beobachtet haben.

An insgesamt 275 Tagen zwischen 2008 bis 2011 beobachtete das Team um Karline Janmaat eine Gruppe von fünf Schimpansenweibchen und ihren Jungen. Die Tiere leben in Westafrika, wo neben anderen Obstarten auch Feigenbäume wachsen. Die reifen Früchte schmecken süß und liefern konzentrierte Energie. Doch die Reifung vollzieht sich rasch und die Konkurrenz ist groß. Viele Tiere schätzen die leckeren Feigen, die verschiedenen Schimpansengruppen ebenso wie andere Affen und Vögel.

Um unter diesen Umständen nicht leer auszugehen, sind besondere Strategien gefragt. Die Schimpansen lösten die Aufgabe mit Intelligenz: So legten sie in der Feigen-Saison ihre Schlafnester auf dem Weg zum nächsten Baum mit den beliebten Früchten an. Noch bei Dunkelheit machten sie sich auf den Weg – je weiter die Strecke, desto früher brachen sie auf. In der Reifezeit anderer, weniger beliebter Obstarten taten sie dies nicht.Für Karline Janmaat ist die Sache klar: „Schimpansen leben nicht nur im Jetzt. Sie können ihre Handlungen vorausplanen.“ 

Zum Weiterlesen: 





Freitag, 24. Oktober 2014

Herbstferien im Hands-on-Museum



„Zahl, was du willst“ unter diesem Motto lädt das Hands-on-Museum am kommenden Montag, 27. Oktober, zum Schauen, Staunen und Ausprobieren. 

Neben den klassischen Exponaten lockt derzeit die Sonderausstellung Everyday illusion mit den Siegerarbeiten eines Fotografie-Wettbewerbs zum Thema "Visuelle Täuschungen im Alltag". Mehr dazu hier.

Übrigens: In den gesamten Herbstferien (25. Oktober bis 2. November) ist das Museum täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet (auch montags). Ausnahme: Am Mittwoch, 29. Oktober, schließt das Museum um 15 Uhr. 


Mittwoch, 22. Oktober 2014

Face-ism: Wenn der Augenschein trügt



Was benötigen Manager und Politiker, um richtig Karriere zu machen? Klar, eine fundierte Ausbildung und die richtigen Connections sind wohl unabdingar. Wie eine aktuelle Übersichtsstudie zeigt, entscheidet ein weiterer Faktor mit: ein Gesicht, das Kompetenz und Durchsetzungsfähigkeit ausstrahlt. 

Die Gesichtsform als Spiegel des Charakters? Auch wenn diese Vorstellung längst in die Mottenkiste gehört, sitzt sie dennoch im Denken von Wählern, Personalern und sogar Richtern fest, so das Forschungsteam um Christopher Olivola von der Carnegie Mellon University in Pittsburgh. Mit kompetenten oder dominanten Gesichtszügen gelingt die Karriere beim Militär oder im Management offenbar leichter, als es bei Konkurrenten mit gleich guter Leistung, aber anderen Gesichtszügen der Fall ist. 

Vielleicht noch drastischer macht sich der Effekt bei Gericht und bei Wahlen bemerkbar. So verbindet man beispielsweise schmale Lippen und kleine, eng beieinanderstehende Augen mit Verschlagenheit und Unehrlichkeit. Angeklagte mit solchen Gesichtszügen werden überduchschnittlich oft schuldig gesprochen und bekommen härtere Strafen. Auch Wahlen werden von derartigen Äußerlichkeiten mitbestimmt, so die Forscher. So bevorzugen konservative Wähler bei männlichen Politikern Personen mit kompetenten, resoluten Gesichtszügen, während sie bei Politikerinnen eher diejenigen mit femininem Gesicht wählen. 

Kein Wunder also, wenn Olivola und seine Kollegen von „Face-ism“ sprechen. „Das Ganze wäre weniger besorgniserregend, wenn das Gesicht tatsächlich ein starker und verlässlicher Anzeiger für die Persönlichkeit wäre“, so die Forscher.

Doch müssen wir uns wirklich damit abfinden, dass einflussreiche Positionen nicht aufgrund von Fakten und Qualifikationen, sondern nach bloßem Augenschein vergeben werden? Wenigstens für den Bereich der Politik machen Olivola und sein Team ein wenig Hoffnung. Das Zauberwort heißt Information. So hätten sich in Studien gut informierte Wähler als weniger anfällig für trügerische Äußerlichkeiten erwiesen. 

Inge Hüsgen

Sonntag, 19. Oktober 2014

Schmerz ist ein "sozialer Klebstoff"



Fiese Aufgaben in kaltem Wasser, anstrengende Körperübungen, brennend scharfes Chili auf der Zunge - solche schmerzhaften Erfahrungen schweißen zusammen. Dies zeigte eine Testreihe eines australischen Psychologenteams um Brock Bastian von der Universtiy of New South Wales. Doch dies war nur ein Teil des Versuchs. Anschießend bekamen die Probanden eine Gruppenaufgabe, genauso wie eine Kontrollgruppe, die es vorher mit angenehm warmes Wasser und milden Speisen zu tun hatte. 

Dabei mussten sie sich zwischen Egoismus und Kooperation entscheiden: Die Mitglieder beider Gruppen sollten jeweils eine Zahl zwischen Eins und Sieben nennen. Wenn alle in der Gruppe die Sieben nahmen, winkte jedem die gleiche Belohnung. Entschieden sie sich aber für verschiedene Zahlen, bekam derjenige mit der kleinsten Zahl den größten Anteil. Wer also die Eins wählte, sicherte sich den Löwenanteil - auf Kosten seiner Teamkollegen. 

Alle Teilnehmer hatten sich zuvor bei einer Befragung gleich loyal gegenüber ihren Teamkollegen geäußert. Beim Geld-Versuch zeigte sich dennoch ein deutlicher Unterscheid: Die entbehrungsreiche Gruppe einigte sich in den meisten Durchgängen auf die Sieben, während dies in der Kontrollgruppe nur in der Hälfte aller Durchgänge geschah.

Schmerz ist ein "sozialer Klebstoff", schlussfolgert Versuchsleiter Brock Bastian. Mit den Ergebnissen seiner Studie ließen sich die sozialen Prozesse beim Mannschaftssport und anderen, körperlich anstrengenden Gruppenaktivitäten erklären. Zum Glück kann man den Effekt auch auf angenehmere Weise erreichen, so der Psychologe: "Auch eine scharfe Mahlzeit mit Freunden kann sich positiv auf das Miteinander auswirken." 

Die spannenden, teils überraschenden Facetten des menschlichen Miteinanders und waren auch Thema beim Symposium turmdersinne 2014 Ende September in Fürth. Zum Nachlesen und Neu-Entdecken sind inzwischen zahreiche Vortragsfolien der Referentinnen und Referenten online. Weiteres Material folgt in Kürze.

Bereits jetzt laufen die Vorbereitungen für das Symposium 2015. Bleiben Sie dran: #symp2015.

Inge Hüsgen

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Symposium turmdersinne 14, Teil 1: "Den anderen verstehen"



Brokkoli gegen Autismus? Klingt fast zu gut, um wahr zu sein – gleichwohl hoffen Forscher nun, dass ein isolierter Wirkstoff aus Kohlgemüsen die sozialen und verbalen Fähigkeiten von Menschen mit Autismus verbessern kann. Sulforaphan heißt die Substanz, die zumindest in einer ersten Studie deutliche Effekte zeigte. Was sie wirklich drauf hat, sollen zukünftige Forschungen zeigen. 

Eine autistische Störung kann gesamte Sozialleben der Betroffenen tiefgreifend beeinflussen. Denn der Umgang mit den Mitmenschen ist grundlegend für unsere Entwicklung und das gesamte Leben. Doch dazu müssen wir die Signale der anderen verstehen. Etwa zwei Drittel dieser Kommunikation geschieht nonverbal. Aus Mimik und Körpersprache ziehen wir Rückschlüsse über die Stimmung unserer Mitmenschen, versetzen uns in ihr Erleben hinein und können ihre Handlungen in gewissem Grade vorhersagen. 

Wie dies genau geschieht und was die Neurowissenschaften zum Verständnis der menschlichen Bindung beitragen, war Thema des Symposium turmdersinne 2014, das vom 26. bis 28  September in Fürth stattfand. Die knapp 800 Besucher - so viele wie nie zuvor bei einem Symosium turmdersinne - erlebten spannende Diskussionen und Vorträge von 13 namhaften Referentinnen und Referenten aus so unterschiedlichen Fachrichtungen wie Psychologie, Neurowissenschaften und Informatik. 


Volles Haus beim Symposium turmdersinne

Die Vorteile des multidisziplinären Ansatz zeigte der Einführungsabend mit einem Doppelvortrag. Auf dem Podium: der Bochumer Philosoph Prof. Albert Newen sowie der Kölner Neurologe und Psychiater Prof. Kai Vogeley. Wie Puzzleteile fügen sich ihre Ansätze zusammen und helfen, unser Bild vom Sozialwesen Mensch immer weiter zu vervollständigen. 

Ein Gehirn, zwei Wissenschaftler: Kai Vogeley (l.) und Albert Newen


Auf welchem Wege wir Gefühle, Wünsche und Pläne unseres Gegenübers erkennen, war das Thema von Albert Newens Beitrag. Seine Theorie des Verstehens geht davon aus, dass wir je nach Situation eine Vielzahl von Verstehensstrategien anwenden. Zusätzlich bauen wir durch Erfahrungen im Alltag explizite Personenbilder und kulturabhängige Personenmodelle, wir automatisch oder reflektiert anwenden. 

Was geschieht bei all dem im Gehirn geschieht, erklärte anschließend Kai Vogeley. Eine zentrale Rolle spielen die Spiegelneuronen, die offenbar auf körperliche Bewegungen des Gegenübers reagieren. Etwas später meldet sich ein zweites System. Dieses sogenannte Mentalisierungssystem ermittelt den Gemütszustand der betreffenden Person. Das Zusammenspiel beider Mechanismen lässt uns ziemlich genau abschätzen, ob die betreffende Person beispielsweise gerade glücklich oder traurig ist - ein hochkomplexer Vorgang, der uns in der Regel nur dann bewusst wird, wenn er fehlerhaft funktioniert.

Text. Inge Hüsgen 
Fotos: Karin Becker

Zum Weiterlesen: 

  • Albert Newen: Philosophie des Geistes. Eine Einführung. C.H. Beck, 2013.
  • Kai Vogeley, Albert Newen: Selbst und Gehirn. Mentis Verlag, 2000 (antiquarisch erhältlich).
  • Kai Vogeley: Anders sein. Asperger-Syndrom und Hochfunktionaler Autismus im Erwachsenenalter. Beltz, 2012.
Schon jetzt vormerken: 


Dienstag, 23. September 2014

Everyday Illusion: Sonderausstellung im Museum


Haben Sie schon mal einen PKW gestemmt?
Dr. Carsten Persner, Salar de Uyuni

 Eine garantiert rauchfreie Wasserpfeife durchgezogen?
Ulrich Eumann, Wasser-Pfeife, 2014

Oder - fast wie Alice - hinter den Spiegel geschaut?
Edin Bajric, aus der Serie Spiegel

Verblüffende Bildkompositionen wie diese sind bis 11. Januar 2015 im Hands-on-Museum turmdersinne zu sehen - allesamt Siegerarbeiten eines Fotowettbewerbs unter dem Motto: "Ist, was wir wahrnehmen, wirklich immer wahr?" Treue Besucher des turmdersinne ahnen die Antwort bereits. Die Arbeiten von kreativen Köpfen aus ganz Deutschland zeigen die ästhetischen Dimensionen des Spiels mit Spiegelungen und Perspektiven, mit Erwartungen und Assoziationen. 

Weitere Informationen hier.
Jeweils am ersten Mittwoch im Monat findet ein geführter Rundgang durch die Sonderausstellung statt.
Termine:
  • 1. Oktober 2014,
  • 5. November2014, 
  • 3. Dezember 2014
  •  7. Januar 2015,
jeweils von 18 bis 19 Uhr.

Aufgrund beschränkter Teilnehmerzahl bitten wir um Voranmeldung:
Tel.: 0911 9443281 oder info@turmdersinne.de.

Inge Hüsgen

Dienstag, 9. September 2014

„Philosophie auf dem Niveau von Fix und Foxi“





Ein Gespräch mit Dr. Ingo Krüger

Dr. Ingo Krüger ist Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Bayerischen Sparkassenstiftung, die das turmdersinne-Projekt Sinneszauber initiiert und finanziert hat. Er studierte Geschichte, Philosophie und Biologie in Bonn. Seit 2013 ist er – u.a. zusammen mit turmdersinne-Beirat Prof. Dr. Manfred Euler – im Wissenschaftlichen Beirat der Initiative Junge Forscherinnen und Forscher tätig, die sich für die Bildung von Kindern und Jugendlichen im Bereich der Zukunftstechnologien engagiert.

turmdersinne: Lieber Herr Dr. Krüger. Sie hatten in den 1990er Jahren Lehraufträge an der Friedrich Alexander Universität Erlangen-Nürnberg und der Ludwig Maximilian Universität München wahrgenommen. Wie und warum hat es Sie als „Nordlicht“ nach Bayern und als Biologe zur Stiftung eines Finanzinstituts verschlagen?

Ingo Krüger. Die Liebe zu Bayern habe ich über meine Frau gefunden – sie ist Mittelfränkin. Die Bayerische Sparkassenstiftung mit ihrer schwerpunktmäßigen Förderstrategie in den Bereichen „Innovative Museumspädagogik“ und „Umweltbildung“ entspricht in starkem Maße meinem Interessensprofil. Ich bin seit langem davon überzeugt, dass eine strikte Trennung zwischen Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften keinesfalls hilfreich ist. 

In gemeinsamen Projekten mit dem turmdersinne haben wir nicht nur auf die zahlreichen neurophysiologischen Möglichkeiten von Wahrnehmungstäuschungen hingewiesen, sondern konsequent auch nachgefragt, was der Mensch unter diesen Bedingungen eigentlich erkennen kann. Ich halte dies für hochinteressant, zumal sich daran die Frage anschließt, aufgrund welcher Voraussetzungen der Mensch überhaupt in der Lage ist, anders als viele Tiere, über die Welt nachzudenken. Meiner Meinung nach benötigt der Mensch dafür einen mit Subjektivität ausgestatteten Geist. Der Mensch muss also in der Lage sein, Zeuge seines Denkens und Handelns zu sein. Andernfalls kann er sich nicht mitteilen, was die Entstehung von Kulturen schlechterdings unmöglich macht. 

Als Biologe interessiert es mich brennend, welche neuronalen Strukturen letztlich die Ausbildung eines "Selbst" ermöglichten. Als Geisteswissenschaftler muss ich bei allen Überlegungen berücksichtigen, dass unsere Schlussfolgerungen und Erkenntnisse auf den entsprechenden Hirnstrukturen und neuronalen Prozessen gründen. Dies relativiert die Erkenntnisfähigkeit des Menschen nicht unerheblich. Alles in allem ist die Verbindung von Geistes- und Naturwissenschaften - sicherlich nicht nur für mich - faszinierend.

Sie engagieren sich im Bereich Kinder- und Jugendbildung. Das Projekt Sinneszauber hat das Ziel, philosophische Grundideen an Kinder ab der 8./9. Jahrgangsstufe zu vermitteln. „Philosophie auf dem Niveau von Fix und Foxi“ ist ein Motto von Ihnen in diesem Zusammenhang. Denken Sie nicht, dass es dem Anliegen der Philosophie eher schaden kann, wenn man sie zu sehr vereinfacht?

Nein, ganz im Gegenteil! Ich bin der festen Überzeugung, dass wir alle, jeder einzelne Mensch, philosophieren müssen. Schon die Frage nach dem „Glück“ lässt sich im Grunde nur philosophisch beantworten. Biologisch ließe sich die Frage nach dem Glück schlicht als Ausschüttung von Endorphinen, Oxytocin, Serotonin und Dopamin beschreiben. Insgesamt ist dies aber zu kurz gegriffen, wenn man sich vor Augen führt, dass schon Philosophen wie Sokrates und Platon nach den Grundlagen eines glückenden Lebens fragten. Für tragfähige Aussagen benötigen wir zweifelsohne geisteswissenschaftliche und naturwissenschaftliche Antworten. Unser Projekt „Sinneszauber“ bemüht sich um diesen Brückenschlag.

Sinneszauber ist nun auf den Weg gebracht – es kann und wird sich entwickeln. Wie sehen Sie die weiteren Perspektiven, welches sind Ihre nächsten Projekte in diese Richtung?

Die Verbindung von Geistes- und Naturwissenschaften wird uns voraussichtlich auch künftig beschäftigen. Vieles, was naturwissenschaftlich machbar wäre, muss zum Beispiel auch ethischen Grundsätzen genügen.

Fragen: Rainer Rosenzweig

Donnerstag, 28. August 2014

Energiefresser Gehirn



Nicht weniger als ein Fünftel der Energie unseres Körpers wird vom Gehirn verbraucht, bei Kindern verschlingt das Denkorgan sogar noch mehr Power. Zum Wachsen und Arbeiten braucht es eine bestimmte Zuckerart, Glukose. Dass sich dieser Bedarf entscheidend auf unser Heranwachsen auswirkt, davon sind nun amerikanische Wissenschaftler überzeugt. Nach Ansicht von Chris Kuzawa (Northwestern University, Evanston) und seinem Team erklärt dies, warum junge Affen schneller erwachsen werden als Menschenkinder. 
 
Ihre Forschungsergebnisse bestätigen, was bereits seit längerem vermutet wird: Wenn das Gehirn wächst, muss der Körper andernorts Ressourcen sparen, schließen die Amerikaner aus ihrer PET-Untersuchung von 36 Probanden zwischen dem Säuglings- und dem Erwachsenenalter. Auf dem Höhepunkt seines Wachstums, im Alter von fünf Jahren, verbraucht das Gehirn stolze 43 Prozent der gesamten Energie des Körpers. Das ist doppelt so viel wie bei Erwachsenen. Ein knappes Drittel dieser Energie wird mittelbar in den Aufbau von Synapsenverbindungen im Gehirn investiert. Kein Zufall also, dass Kinder in dieser Zeit langsamer wachsen und nicht so aktiv sind wie in anderen Lebensphasen.
Als Menschen haben wir viel zu lernen, und dieses Lernen braucht ein komplexes und energiehungriges Gehirn,
erklärt Kuzawa dazu.

Dass sich die Investition ins Denkorgan lohnt, zeigt sich nicht zuletzt im menschlichen Miteinander. Kinder lernen im Umgang mit anderen Personen, sich in ihr Gegenüber hineinzuversetzen, bauen ein gesundes Selbstwertgefühl auf – und schaffen damit die Basis für den sozialen Umgang, der Gesellschaft erst möglich macht. 

Was renommierte Wissenschaftler über unser „soziales Gehirn“ herausgefunden haben und welche Fragen noch zu diskutieren sind, erörtert das Symposium turmdersinne, das vom 26. bis 28. September 2014 in Fürth stattfindet. Das Programm gibt es hier, die Online-Anmeldung steht noch bis 19. September offen.

Inge Hüsgen

Montag, 21. Juli 2014

Fotowettbewerb beim turmdersinne



Sommerzeit – Fotozeit: Haben Sie ein Auge für spielerisch-irritierende Szenerien? Und sind Sie gern mit der Kamera unterwegs? Dann freut sich das turmdersinne-Team über Ihre Werke. "Ist, was wir wahrnehmen, immer wahr?", lautet das Motto des Foto-Wettbewerbs, der noch bis zum 31. August läuft. Die besten Bilder werden vom 23. September 2014 bis Anfang Januar 2015 in einer eigenen Ausstellung im Hands-on-Museum turmdersinne gezeigt.

Also ran an den Auslöser! Gesucht wird alles, was Auge und Gehirn so richtig in die Irre führt. Das können Klassiker der Wahrnehmungstäuschung sein, wie die Rubinsche Vase. Oder, wie im Bild unten, ein Spiel mit unseren gewohnten Größenverhältnissen:

Uff!


Ein paar weitere Anregungen: 


Was ist Vordergrund, was Hintergrund?

Mythische Szene? Eine Frage der Perspektive.

Was frau selbst in die Hand nimmt...

Die Ideen sind fast unerschöpflich. Wie wäre es mit Spiegelungen im Wasser oder einem Objekte in ganz ungewöhnlichem Kontext? Einfach ausprobieren!  

Weitere Informationen und Teilnahmebedingungen hier

Inge Hüsgen

Freitag, 11. Juli 2014

Außer Sinnen: Auf den Spuren der Geisterjäger



Dr. Sebastian Bartoschek

Unerklärliche Phänomene, seltsame Geräusche im Haus – spukt es da etwa? Ein Fall für die Geisterjäger. Sie rücken mit Hightech-Gerät und enormer Motivation an: Knapp 30 Ghosthunter-Teams in sind Deutschland unterwegs, um dem Paranormalen auf die Schliche zu kommen; besuchen die spukverdächtigen Orte, befragen Zeugen und führen aufwändige Messungen durch.

Der Psychologe Dr. Sebastian Bartoschek hat sich eingehend mit der Szene beschäftigt. In einem Vortrag der Reihe "Außer Sinnen" berichtete er nun in Nürnberg von seinen Eindrücken.

In der Regel betrachten sich Ghosthunter selbst als Skeptiker. Das würde bedeuten, eine These zu formulieren, sie zu testen und - je nach Ergebnis - anzunehmen oder auch zu verwerfen. Doch damit hapert es bei den Geisterjägern ein wenig, so Bartoscheks Fazit.

Denn leicht spielt uns die Wahrnehmung einen Streich: Wir erkennen Muster, wo keine sind; glauben aus Geräuschsalat vom Tonband Wörter herauszuhören. Und: Nicht einmal die Technik ist unfehlbar. Je aufwändiger die Technologie, desto eher schleichen sich Artefakte und Messfehler ein. Woher sie kommen, ist schwer – in einigen Fällen gar nicht – zu ermitteln. Aber muss man deshalb paranormale Kräfte annehmen? Wohl kaum.

Was den Ghosthuntern fehlt, fasst Bartoschek so zusammen: Zum einen müssen begründete Standards her. Es muss klar sein, was Ghosthunter mit welchen Methoden messen wollen und wann sie mit ihren Thesen definitiv daneben liegen. Und vor allem eines fehlt: die Geister ...

Übrigens: Am komenden Dienstag, 15. Juli 2014, steht die nächste Veranstaltung der Rehie "Außer Sinnen" auf dem Programm. Unter dem Titel "Gymnastik fürs Gehirn" wirft die Erziehungswissenschaftlerin Dr. Barbro Walker einen kritischen Blick auf die "Lerntechniken" Brain-Gym und Edu-Kinestetik.

Dienstag, 15. Juli 2014, 19.30 Uhr
Nicolaus-Copernicus-Planetarium Nürnberg
Eintritt: 7,- Euro/ erm. 5,- Euro 
Buchung über BZ (Kurs-Nr. 00934)

Text: Inge Hüsgen
Foto: Dominique Böhm

Zum Weiterlesen: 



Mittwoch, 25. Juni 2014

Sex-Mythen bei "Außer Sinnen"


Referentin: Jessica Bahr   (Foto: Franz Klebl)

Schöne Frauen haben den besseren Sex, Männer mit Glatze sind besonders potent und Personen mit geringer Intelligenz haben mehr Spaß im Bett.

Wohl jeder kennt solche Sprüche, doch was ist wirklich dran? Die Medizinerin und Science-Slammerin Jessica Bahr wollte es genau wissen und hat eine Promotion darüber geschrieben. Ihr Doktorvater beschäftigt sich in Hamburg mit Männergesundheit und Sexualmedizin und heißt Dr. Sommer – wirklich! 

Wer auf dem Gebiet der Sexualität nach verlässlichen Faken sucht, kann Oma fragen oder im Wust von abertausenden Studien wühlen. Jessica Bahr tat nun auch das Letztere und kam zu dem Ergebnis: An vielen Sex-Mythen ist sogar was dran. So bekommen attraktive Frauen im Durchschnitt die meisten Kinder – die sehr Attraktiven dagegen haben weniger Nachkommen. Warum, darüber lässt sich spekulieren.

Am 17. Juni  präsentierte Jessica Bahr ihre Arbeit im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Außer Sinnen“ im Nürnberger Nicolaus-Copernicus-Planetarium. Ganz nebenbei erfuhren die rund 150 Besucherinnen und Besucher auch, auf welche Weise Wissenschaftler die Sexualität ihrer Mitmenschen erforschen, nämlich mit so unterschiedlichen Mitteln wie Fragebögen und Hirnscans. 

 
Vom Schafzimmer ins Spukhaus führt die nächste Veranstaltung der Reihe „Außer Sinnen“, wenn der Psychologe Dr. Sebastian Bartoschek am kommenden Dienstag, 1. Juli 2014, über moderne Geisterjäger und ihre Arbeit berichtet. Ghosthunter, das sind Enthusiasten, die mit teurer Hightech-Ausrüstung Spukphänomenen auf die Spur kommen wollen. Mit einigen von ihnen hat sich Bartoschek unterhalten und gemeinsam mit Alexa Waschkau ein Buch darüber geschrieben.


Dienstag, 01. Juli 2014, 19.30 Uhr
Nicolaus-Copernicus-Planetarium Nürnberg
Spurensuche im Jenseits
Die bizarren Methoden moderner Geisterjäger

Eintritt: 7 Euro, ermäßigt: 5 Euro,
Buchung über BZ (Kurs-Nr. 00933).


Inge Hüsgen


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Mittwoch, 11. Juni 2014

Hoaxilla bei "Außer Sinnen"


"Hoaxmaster" und "Hoaxmistress": Alexander und Alexa Waschkau
Foto: Karin Becker im Auftrag des turmdersinne.

Seit vier Jahren sind sie mit Hoaxilla jede Woche auf der Spur von Modernen Sagen und Hoaxes unterwegs und haben sich auf diese Weise längst in die Liga der erfolgreichsten deutschsprachigen Wissenschaftspodcasts geplaudert. Nun gastierten Hoaxilla im Nürnberger Nicolaus-Copernicus-Planetarium. Am 3. Juni präsentierten Alexa und Alexander Waschkau dort im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Außer Sinnen" eine Auswahl ihrer spannendsten Fälle. Geschichten, wie sie jeder schon einmal gehört hat: etwa von der Spinne im Haardutt, von entführten Kindern im Vergnügungspark oder der Beschwörung von "Bloody Mary".


Alexa Waschkau ist Volkskundlerin und Journalistin, Alexander Waschkau Diplom-Psychologe. Da versteht es sich von selbst, dass sie es auch diesmal nicht beim bloßen Entlarven von modernen Mythen beließen, sondern auch gesellschaftliche Aspekte ansprachen. Unter dem Titel "Monster, Pendel, Bloody Mary" erläuterten sie, wie solche "urban legends" die Alltagskultur bereichern und was sie über unsere Ängste, Wünche und Moralvorstellungen verraten. Und die beiden verrieten, wie man moderme Mythen erkennt. Tipp: Wenn sich zu einer Geschichte partout keine verlässliche Quelle finden lässt, ist Skepsis angebracht.

Glauben oder ignorieren? Erforschen!
Foto: Karin Becker im Auftrag des turmdersinne.

Übrigens: Bald gibt es Hoaxilla auch zum Nachlesen. Für Ende 2014 ist das erste offizielle Buch zum Podcast angekündigt, weitere Infos hier.

Der nächste Vortrag der Reihe "Außer Sinnen" steht am Dienstag, 17. Juni 2014, auf dem Programm, wenn die Medizinerin und Science Slammerin Dr. Jessica Bahr unter dem Titel "Sex-Mythen" über ihre Forschung zu Fakten und Fiktionen in der Sexualität berichtet.

Eintritt 7 Euro, erm. 5 Euro, Buchung über Bildungszentrum Nürnberg (Kurs-Nr. 00932)

Inge Hüsgen