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Mittwoch, 27. November 2013

Letzte Gelegenheit: Künstlergespräch mit Julia Brielmann


Julia Brielmann, Bewegung II (2003)
Fotografie und Malerei sind die Metiers von Julia Brielmann. Die Nachwuchskünstlerin verarbeitet in ihren Bildern fotografische Abbildungen durch den Einsatz von Farbe und malerischen Techniken. Fünf Beispiele zeigt das Hands-on-Museum seit Mai in der preisgekrönten Gruppenausstellung „Art meets Science“.
Ein wenig mögen Gemälde wie „Bewegung I, II und III“ mit ihren flirrenden Kreisen und Linien an Op-Art-Künstler wie Bridget Riley erinnern. Dennoch verfolgt Julia Brielmann einen ganz eigenen künstlerischen Ansatz: Ihr geht es darum, Bewegungsformen sichtbar zu machen. 

Wie ihre Arbeit im Detail aussieht und welche konkreten Überlegungen hinter den Bildkompositionen stehen? Dies und vieles mehr verrät Julia Brielmann beim Künstlergespräch im Hands-on-Museum am 4. Dezember 2013. Der Termin bietet auch Gelegenheit, die Ausstellung "Art meets Science" zu besuchen, die noch bis 15. Dezember im Hands-on-Museum zu sehen ist. "Art meets Science" zeigt ein breites Spektrum von Arbeiten verschiedener Künstler, die sich alle im Spannungsfeld zwischen Kunst und Wissenschaft bewegen.

Übrigens: Wer in der Vorweihnachtszeit einen Gutschein für das Hands-on-Museum turmdersinne kauft, erhält dazu gratis eine Ausgabe aus den letzten beiden Jahrgängen des Magazins Gehirn und Geist.

Auch im nächsten Jahr werden außergewöhnliche Künstler ihre Arbeiten im Turm präsentieren. Freuen Sie sich schon jetzt auf die neue Sonderausstellung, die am 9. Januar 2014 eröffnet wird. Auch dort gibt es überraschende Facetten der Fotografie zu entdecken, wenn Fotokünstler Udo Beck seine chemischen und physikalischen - doch immer auch ästhetischen - Experimente zeigt.

Mittwoch, 4. Dezember 2013, 18 - 19 Uhr: "Art meets Science" - Künstlergespräch mit Julia Brielmann
Anmeldung: Tel. 0911-9443281, E-Mail: info@turmdersinne.de

Inge Hüsgen

Donnerstag, 14. November 2013

Forum Wissenschaftskommunikation: Wie umgehen mit Parawissenschaften?

Julia Offe, Christian Weymayr, Rainer Rosenzweig, Susanne Glasmacher, Florian Freistetter (v. l.)
Foto: C. Rieken/WiD

Sie erzählen schwurbelige Ufo-Geschichten, vermarkten Zuckerkügelchen als Medizin oder raten Eltern von wichtigen Impfungen für ihre Kinder ab. Doch wie geht man mit diesen Verfechtern von Parawissenschaften um? Dies war Thema einer Podiumsdiskussion auf dem Forum Wissenschaftskommunikation in Karlsruhe am vergangenen Mittwoch, 13.11.2013.

Die Teilnehmer waren Wissenschaftskommunikatioren aus verschiedenen Bereichen: turmdersinne-Geschäftsführer Dr. Rainer Rosenzweig, Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut (RKI), der Buchautor und Science-Blogger Dr. Florian Freistetter und Dr. Christian Weymayr, Koautor des Buches „Die Homöopathie-Lüge“.Moderiert wurde die Runde von Dr. Julia Offe vom Vorstand der GWUP.

Impfgegner und Homöopathie-Fans sind allgegenwärtig in der Medienlandschaft. Zeitungen und TV räumen den Parawissenschaftlern gern einen Platz ein – wohl motiviert durch ein journalistisches Berufsethos, das alle Meinungen zu Wort kommen lässt. Doch mit diesem Pluralismus schaffen sie eine künstliche Gleichwertigkeit, wie die Teilnehmer einstimmig beklagten. 

Vielen Homöopathen kommt dies zugute, denn zu ihrer Strategie gehört der Versuch, mit der evidenzbasierten Medizin auf Augenhöhe zu diskutieren. Nur: diese gemeinsame Augenhöhe gibt es nicht, wie Christian Weymayr dezidiert klar machte.
Wer heute noch mit einer Heilung durch immaterielle, geistige Kräfte argumentiert - wie der Deutsche Zentralverband homöopathischer Ärzte in Hahnemann'scher Tradition - der argumentiert nicht mehr rational, sondern negiert die Grundlagen der Physik.
In der Politik sei Pluralismus in Ordnung, erklärte etwa Florian Freistetter. 
Aber in der Wissenschaft gibt es keine derartige Gleichwertigkeit. Die Pseudowissenschaft wird dadurch auf eine Ebene gehoben, wo sie nicht hingehört.
Um eine Aufwertung der Impfgegner zu vermeiden, ist das RKI aus diesem Spiel komplett ausgestiegen, berichtet Susanne Glasmacher.

Doch neben den Lobbyisten und den Überzeugten gibt es auch noch die große Gruppe der Verunsicherten. So bekam Florian Freistetter im Vorfeld des angeblichen Weltuntergangs 2012 Unmengen von besorgten Mails. Die Schreiber wollten allesamt wissen, was wirklich los ist mit dem angeblichen Planeten auf Kollisionskurs.

Eine Ursache für diese Verunsicherung liegt darin, dass zu wenige Menschen das Handwerksszeug zur Überprüfung von Behauptungen kennen. In der Schule kommt wissenschaftliche Methodik immer noch zu kurz, wie Rainer Rosenzweig aus eigener Erfahrung berichtete. Als Jugendlicher verschlang er die Bücher von Däniken und Johannes von Buttlar. Das Aha-Erlebnis kam in der Nürnberger Sternwarte
Dort traf ich zum ersten Mal Leute, die das Ganze auch kritisch sehen. Und die mir zeugten, dass man nicht jede Behauptung einfach hinnehmen muss, sondern auch überprüfen kann.

Inge Hüsgen