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Freitag, 23. August 2013

Das Ohr sieht mit, die Nase auch



Kooperation heißt das Zauberwort: Wie zwei aktuelle Studien zeigen, arbeiten unsere Sinne in einigen Bereichen intensiv zusammen, ohne dass wir es bemerken. Wenn beispielsweise Probanden den Namen eines Gegenstandes hören, können sie das entsprechende Bild sogar unter Bedingungen erkennen, unter denen sie es ansonsten nicht wahrgenommen hätten, nachzulesen hier. Im Experiment einer anderen Forschungsgruppe entdeckten Versuchspersonen das Bild einer Banane schneller, wenn sie gleichzeitig Bananenduft schnupperten, siehe hier.
 
Die Zusammenarbeit von Seh- und Hörsinn stand im Zentrum der Studie von Gary Lupyan (University of Wisconsin) und Emily Ward (Yale University). Für die Versuchsanordnung nutzten die Psychologen einen technischen Trick, die sogenannte Continuous Flash Suppression (CFS). Dabei wird einem Auge ein bestimmtes Motiv gezeigt, etwa ein Kreis. Das andere Auge dagegen bekommt nur wildes Geflacker zu sehen. Vom massiven Eindruck des Flackerns beansprucht, kommt der Sehapparat nicht dazu, den Kreis zu verarbeiten, das Bild bleibt unsichtbar. 

Anders, wenn die Forscher ihren Versuchspersonen zu Anfang des Experiments ein Wort vorsprachen, das zu dem gezeigten Bild passte, zum Beispiel „Kreis“ oder „Quadrat“. Je mehr die geometrische Form auf dem Bild einem Kreis ähnelte, desto öfter wurde sie von den Probanden erkannt. Hörten die Probanden dagegen ein unpassendes Wort, blieb der Effekt aus.

Dass auch die Nase den Augen auf die Sprünge helfen kann, zeigt das Experiment eines chinesischen Forscherteams um den Psychologen Kepu Chen (Chinesische Akademie der Wissenschaften, Peking). Für ihre Versuche statteten die Forscher ihre Probanden mit Riechfläschchen aus. Über ein Nasenstück nahmen sie für die gesamte Versuchsdauer einen Duft wahr, etwa Rosen-, Zitrus- oder Bananengeruch. Die Kontrollgruppe bekam pures Wasser, jedoch wurde den Teilnehmern versichert, dass es sich um einen schwachen, unbewusst wahrgenommenen Duftstoff handele.

So ausgestattet, erledigten die Versuchsteilnehmer unterschiedliche Aufgaben. So zeigte man ihnen ein Bild mit verschiedenen Haushaltsgegenständen, alle gelb eingefärbt und gleich groß abgebildet. Die Probanden sollten nun möglichst rasch erkennen, ob eine Banane dabei war, und an welcher Stelle im Bild sie sich ggf. befand. Und siehe da: Wer den Bananenduft schnupperte, entdeckte die Frucht deutlich schneller.

In die gleiche Richtung weisen die Ergebnisse eines zweiten Versuchs. Diesmal rochen die Probanden jeweils Rosen- oder Zitrusduft, während sie eine Bildschirmaufgabe erledigten. Sie fixierten ein Kreuz in der Mitte des Monitors, wo nebeneinander kurz die Bilder einer Zitrone und einer Rose aufblitzten. Anschließend erschien wieder das Kreuz, ehe am Monitor-Rand ein Streifenmuster erschien. Die Richtung der Streifen sollten die Probanden erkennen. Der Gruppe mit Rosenduft gelang dies dann am schnellsten und genauesten, wenn das Muster auf derselben Seite des Bildschirms erschien, wie zuvor die Rose. Umgekehrt waren die Teilnehmer mit Zitrusduft erfolgreicher, wenn sich das Muster und die Zitrone auf der selben Seite befanden.

Inge Hüsgen 


Freitag, 2. August 2013

Sommer, Sinne, Schnitzeljagd




Endlich Sommerferien! Für alle neugierigen jungen Forscher hat das turmdersinne-Team wieder ein umfangreiches Ferienprogramm zusammengestellt. Während der gesamten Ferien – also bis 11. September - öffnet das Hands-on-Museum täglich seine Pforten, auch montags, Öffnungszeiten von 11 bis 17 Uhr.

Kinder von 6 bis 10 Jahren erwartet eine spannende Schnitzeljagd im Museum. Viele versteckte Hinweise bei den interaktiven Experimentierstationen ergeben zusammen die Lösung. Wer sie herausfindet, bekommt eine süße Überraschung.

Darüber hinaus beteiligt sich der turmdersinne auch dieses Jahr wieder am Ferienprogramm „Mach mit!“ des Jugendamtes Nürnberg. 

Den Anfang macht am Dienstag, 6. August, der interaktive Workshop „Spaß am SEHEN“ für Kinder zwischen 7 und 10 Jahren. Einen zweiten Termin gibt es am 10. September 2013.

In einer Führung durch den Turm erleben die Kinder zunächst ausgewählte, verblüffende Wahrnehmungsphänomene. Anschließend machen sie sich mit der Digitalkamera auf die Suche nach spannenden Motiven im Turm und lernen ganz nebenbei die Welt des Sehens zu  „be-greifen“. Angeleitet werden die Nachwuchsfotografen von der Fotokünstlerin Annette Horn, die sie spielerisch an unterschiedliche Materialien und fotografische Techniken heranführt.

Workshop „Spaß am SEHEN“ (7-10 Jahre)
Dienstag, 06.08.2013, 9.00 Uhr bis 11.30 Uhr
Dienstag, 10.09.2013, 9.00 Uhr bis 11.30 Uhr
Kosten pro Kind: 7,- €.
Die Teilnehmeranzahl ist auf 12 Kinder beschränkt.

Am 21. August, 10 bis 12 Uhr, steht der Forscherrundgang für Kinderzwischen 6 und 12 Jahren auf dem Programm. Angeleitet durch einen Besucherbetreuer, erleben sie die eigene Wahrnehmung auf ganz neue, spannende Art und Weise und lernen Hirn und Sinne besser kennen.

Forscherrundgang
Mittwoch, 21. August 2013, 10-12 Uhr
Kosten pro Kind: 6,50 €
Die Teilnehmerzahl ist auf 18 Kinder beschränkt.

Junge Menschen ab 8 Jahren und Jugendliche dürfen sich auf die Erlebnisführung am 28. August, 10-12 Uhr, freuen. Auch sie lernen dort zunächst das Museum und seine Exponate kennen, um sich anschließend je nach individuellem Interesse mit den Phänomenen zu beschäftigen.

Forscherrundgang
Mittwoch, 28. August, 10-12 Uhr,
Kosten pro Kind/Jugendlichen: 6,50 Euro
Die Teilnehmerzahl ist auf 30 Personen beschränkt

Information & Anmeldung zu allen Veranstaltungen:
Tel.: 0911 / 9443281 oder E-Mail: info@turmdersinne.de.

Inge Hüsgen