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Freitag, 22. März 2013

Zehn Jahre Hands-on-Museum: die Jubiläumsgala

Als am 15. März 2003 das Erlebnismuseums turmdersinne erstmals seine Tore öffnete, wurde ein Vision zur Wirklichkeit. Seit 1995 hatte der ehrenamtliche „Arbeitskreis turmdersinne“ Pläne geschmiedet für ein Museum der besonderen Art. Eines, das faszinierende Wahrnehmungsphänomene und verblüffende Täuschungen nicht nur am eigenen Leib erfahrbar macht, sondern auch Wege aufzeigt, wie wir trotz der Täuschungsanfälligkeit unseres Wahrnehmungsapparates an verlässliche Erkenntnisse gelangen können.


Foto: Karin Becker
 Dass die Idee Potenzial besaß, bezweifelte schon damals niemand. Der tatsächliche Erfolg hat jedoch die kühnsten Erwartungen übertroffen. Von 15 000, allerhöchstens 18 000 Besuchern jährlich waren die Organisatoren anfangs ausgegangen – heute kommen jedes Jahr rund 30 000 Gäste in das mit nicht mehr als 120 Quadratmetern wohl kleinste Science Center der Welt.

Auf den Tag genau zehn Jahre nach Eröffnung feierte der turmdersinne das Jubiläum seines Hands-on-Museums mit einem Galaabend. Und mehr als 200 Gäste feierten mit. Sie freuten sich auf jazzige Musik von Pianistin Hildegard Pohl und Percussionist Yogo Pausch ebenso wie auf einen scheinbaren Meilenstein der Wahrnehmungsforschung.



Foto: Karin Becker
 
Prof. Dr. Peter Wittmann, angekündigt als "Juniorprofessor am Friedrich-Baur-Institut der LMU München" und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des turmdersinne, stellte seine neueste Entdeckung vor: das „PARFS-Phänomen“. PARFS, so erfuhren die Zuschauer, ist ein Akronym aus „Peripheral Attention Reduction by Foveal Signals“. Moment – Sie haben noch nie von dieser Illusion gehört? Wäre auch erstaunlich, denn sie stellte sich im Lauf des Abends als eine Erfindung des Unterhaltungskünstlers Thomas Fraps heraus, der das Publikum in der Rolle des falschen Wissenschaftlers ebenso unterhielt wie mit verblüffenden Zaubertricks nach Auflösung - "Ent-Täuschung" - des skurrilen "Vortrags". Dem Entsetzen des Publikums über den absonderlichen „Festredner“ und dessen grotesk überfrachteten Fachvortrag folgte die Erleichterung über diesen raffiniert in Szene gesetzten Fake, und zum Schluss gab es tosenden Applaus für den sympathischen Künstler.

Yogo Pausch (Schlagzeug), Hildegard Pohl (Piano) und "Festredner" Prof. Dr. Peter Wittmann (Fotos: Karin Becker)
 Nach einer Präsentation des Projekts "MEIN turmdersinne", von dem noch zu hören sein wird, ließen die Gäste den vergnüglichen Festabend bei sinnlich-kulinarischen Genüssen und angeregten Gesprächen ausklingen.

Und nun? Auf in die nächsten zehn Jahre Hands-on-Museum turmdersinne!

Inge Hüsgen, Rainer Rosenzweig

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