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Montag, 25. März 2013

Mit dem turmdersinne zum besten P-Seminar in Bayern!




Das P-Seminar "Renaissance trifft Physik" am Gymnasium Lauf, Partner des turmdersinne, wurde mit dem Ersten Preis des Bayerischen Kultusministeriums ausgezeichnet. P-Seminare sind Wahlpflichtkurse der gymnasialen Oberstufe in Bayern, in denen über drei Semester in Gruppenarbeit ein fächerübergreifendes Projekt durchgeführt wird.


Der Physiklehrer Rudolf Pausenberger und seine Schülerinnen und Schüler bauten eine interaktive Wanderausstellung zu naturwissenschaftlichen Erfindungen aus Nürnberg am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit. Die Ausstellung spürt der fundamentalen Wechselwirkung zwischen Geistesgeschichte und Technik in unserer abendländischen Kultur nach. Etwa bei Kolumbus, der mit astronomischen Tabellen aus Nürnberg unterwegs war: Der freie Geist und die hervorragenden Feinmechaniker der Reichsstadt zogen Wissenschaftler an, die die Trigonometrie entscheidend fortentwickelten.

So erlaubte die Navigation Entdeckungen und Fernhandel über Kontinente hinweg, sie brachten Wohlstand, Macht und schließlich eine Umwälzung des Weltbilds. Die Erfindung der Taschenuhr und Dürers mathematische Grundlagenarbeiten sind weitere Beispiele für die in Europa typische Neugier, Erkenntnis und Anwendung von Wissenschaft im Alltag als zentraler Teil unserer Kultur.


Außergewöhnlich sind dabei interaktive Exponate im Stil des Hands-on-Museums turmdersinne: Bisher waren die alten Mess- und Beobachtungsgeräte Nürnbergs bloß als kunstgeschichtliche Gegenstände hinter Vitrinen präsentiert. Jetzt werden kulturhistorische Bezüge in Mitmach-Stationen erfahrbar: Besucherinnen und Besucher können selbst Hand anlegen, mit den Ideen großer Entdecker experimentieren und die innewohnenden Innovationen „be-greifen“.
  • Die Fixsterne drehen sich um die Erde, weil Engel und Heilige die äußerste Himmelssphäre drehen. Sie spielen sie nach! 
  • Ein Astrolabium war ein ausgereiftes astronomisches Universalinstrument, unvergleichlich viel ausgefeilter als moderne drehbare Sternkarten. Sie messen damit (siehe Foto)!
  • Wie funktioniert die entscheidende Erfindung in Peter Henleins Taschenuhr?
  • Welchen optischen Eindruck hatten Galileo Galilei und Simon Marius bei ihrer der Entdeckung der Jupitermonde?
  • Dürer war Mathematiker. Sie vollziehen mit seinem Apparat das perspektivische Zeichnen nach. 
  • Was genau unterscheidet verschiedene Typen von Sonnenuhren und welchen Nutzen haben sie?
 
  • Wie ändert sich die Zahl der Tag- und Nachtstunden mit den Jahreszeiten, wenn die Nürnberger ihre Stundenzählung jeweils bei Sonnenauf- und -untergang beginnen? 

  • Der turmdersinne unterstützte das P-Seminar mit Basiselementen seiner Wanderausstellung, stand Pate beim Textkonzept und half mit über zehnjähriger Museumskompetenz.
    Natürlich war die Ausstellung dann auch drei Wochen lang im Erlebnismuseum turmdersinne am Nürnberger Westtor zu sehen, bevor sie auf Tour bis nach Flensburg ging.

    Jetzt wurde dieses P-Seminar unter Tausenden in Bayern mit dem ersten Platz ausgezeichnet; die Preisübergabe erfolgt am 15.4.2013 in München.

    Mehr zum Projekt unter www.physik.de.rs.

    Inge Hüsgen


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