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Donnerstag, 27. Dezember 2012

Uneigennützige Affen


In den letzten Tagen konnten wir uns selbst davon überzeugen: Mit Freunden und Verwandten Delikatessen zu teilen, das schweißt die Gemeinschaft zusammen. Bei  Rhesusaffen haben Wissenschaftler nun entdeckt, welches Hirnareal bei großzügigen, uneigennützigen Gesten aktiv wird. 

Im Versuch bot das Forscherteam um den Neurowissenschaftler Steve Chang (Duke University, Durham, USA) den Tieren Fruchtsaft an. Sie konnten das süße Getränk entweder selbst aus einem Schlauch trinken, es mit einem Artgenossen teilen oder den Schlauch direkt weitergeben, ohne selbst zu trinken. Gleichzeitig zeichneten die Wissenschaftler die Hirnaktivität der Affen auf. Dabei beschränkten sie sich auf den präfrontalen Kortex im Stirnbereich, da diese Hirnregion als Sitz für soziale Entscheidungen gilt. 

Hatten die Affen die Wahl, behielten sie das Getränk in der Regel für sich. Anders sah es aus, wenn die Tiere den Saft entweder teilen konnten oder keiner von ihnen etwas bekam. Dann nämlich stieg ihre Freigiebigkeit deutlich an.

In diesen Fällen registrierten die Forscher Aktivität in einem bestimmten Bereich des präfrontalen Kortex, dem anterioren cingulären Gyrus. Die Entscheidung für egoistisches oder uneigenütziges Verhalten wird jedoch von zwei weiteren benachbarten Hirnarealen mitbeeinflusst, wobei der Nutzen für das Individuum und für die Gruppe eine entscheidende Rolle spielen. 

Eine Entdeckung, die der britische Neurowissenschaftler Matthew Rushworth als einen bedeutenden Forschungserfolg wertet: „Damit verfügen wir erstmals über ein vollständiges Bild der neuronalen Aktivität, die einem Schwerpunkt der sozialen Wahrnehmung zugrundeliegt." Bei Primaten ist der anteriore cinguläre Gyrus spezialisiert auf soziale Entscheidungen. Er liegt in einer Hirnregion, in der Forscher auch das Entstehen von Empathie verorten

Steve Chang und seine Kollegen erhoffen sich von ihrer Entdeckung neue Erkenntnisse über die neuronalen Grundlagen des Sozialverhaltens beim Menschen. Außerdem könnten die neuen Forschungsergebnisse das Verständnis von psychiatrischen Störungen verbessern, die sich durch Beeinträchtigungen des Sozialverhaltens auszeichnen.

Inge Hüsgen 

Zum Weiterlesen:
Chang, S. W. C.; Gariépy, J.-F.; Platt, M. (2012): Neuronal Reference Frames for Social Decisions in Primate Frontal Cortex. Nature Neuroscience.

Sonntag, 23. Dezember 2012

Weihnachtsferien im Hands-on-Museum


Endlich Weihnachtsferien, Zeit für Familie und Freunde, Geschenke und leckere Plätzchen! Wer zwischen all dem Kerzenschein und Lebkuchenduft auch die grauen Zellen auf Trab bringen möchte, ist im Nürnberger Hands-on-Museum turmdersinne genau richtig. Wie in jedem Jahr, hat das Team wieder spannende Aktionen für kleine und große Besucher vorbereitet.

Als "Museumsdetektive" können kleine Spürnasen zwischen 7 und 12 Jahren an allen Ferientagen im Turm versteckte Nachrichten entdecken, das Lösungswort herausfinden und mit etwas Glück sogar einen spannenden Preis gewinnen.

Am Freitag, 28. Dezember, 11 bis 13 Uhr, steht im Rahmen des Ferienprogramms „Winter in Nürnberg“ ein Forscherrundgang für kleine Nachwuchswissenschaftler zwischen 6 und 10 Jahren auf dem Programm.

Und für die Großen - ab 12 Jahren und Erwachsene - gibt es am Donnerstag, 3. Januar 2013, eine Gedächtnisführung im Turm. 

Für den Forscherrundgang und die Gedächtnisführung ist eine Voranmeldung erforerlich. 
Kontakt: Jana Marks, Tel.:0911 / 9443281, E-Mail: info@turmdersinne.de.

In den Weihnachtsferien ist das Museum turmdersinne täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet.
Am 24., 25., 26. und 31. Dezember 2012 bleibt das Museum geschlossen.

Wir wünschen allen Freunden und Besuchern schöne Feiertage und alles Gute für 2013!

Inge Hüsgen 

Montag, 3. Dezember 2012

Kauflust geht durch die Nase


Kennen Sie das auch? Überall in der Stadt duftet es nach frischgebackenen Plätzchen und Glühweinaroma liegt in der Luft. Wer kommt da nicht in Festtagslaune - kein Wunder, wenn der Weihnachtseinkauf großzügiger ausfällt als geplant.

Dass Ladenbesitzer durch gezieltes Duftmarketing ihren Umsatz steigern können, ist seit langem bekannt. Doch welche Aromen lassen die Kasse am heftigsten klingeln? Die Antwort hat ein Forscherteam um den Marketingspezialisten Andreas Herrmann von der Universität St. Gallen im Versuch gefunden: Am stärksten zeigt sich der verkaufsfördernde Effekt bei einfachen Düften mit nur einer Komponente. 
Lag eine simple Orangen-Note in der Luft, so stieg der Umsatz eines Einrichtungshauses deutlich stärker als ganz ohne Beduftung oder bei einem komplizierten Duft. Das einfache Aroma macht gute Laune, ohne abzulenken, glauben die Forscher.  

Weitere spannende Ergebnisse des Duft-Experiments erfahren Sie in der neuen Ausgabe des turmdersinne-Newsletters SinnesOrgan, die im Dezember erscheint. Außerdem: ein Interview mit dem Ausstellungsmacher Axel Hüttinger und viele aktuelle Infos rund um das Hands-on-Museum turmdersinne. Das SinnesOrgan wird exklusiv per Post an Förderer des turmdersinne verschickt. 
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