News

Montag, 16. Juli 2012

Nahtoderfahrungen - wissenschaftlich betrachtet

-->
Ein letzter Blick auf den eigenen Körper, weit weg. Dann der Tunnel, ein Licht und das Gefühl von allumfassendem Frieden – manche sagen, so sieht der Weg ins Jenseits aus. Schließlich seien sie einmal beinahe dort gewesen: nach lebensbedrohlichen Situationen, etwa einem schweren Unfall oder einer Operation, berichten viele Menschen von solchen Nahtoderfahrungen.
Neurowissenschaftler erklären diese Erlebnisse ganz ohne übernatürliche Phänomene. „Nicht alle Merkmale treten bei allen Nahtoderfahrungen auf. Sie sind auch kein exklusives Merkmal von Nahtoderfahrungen, sondern werden auch von neurologischen Patienten oder nach der Einnahme von Drogen berichtet “, weiß Bigna Lenggenhager. Die Neurowissenschaftlerin erforscht, was sich während solcher Zustände im Gehirn abspielt.

Inzwischen ist es sogar gelungen, einzelne Elemente bei Probanden im Experiment auszulösen. Außerkörperliche Erfahrungen zum Beispiel lassen sich letztlich auf so genannte multisensorische Konfilkte zurückführen. Ein bekanntes Beispiel ist die „Gummihand-Illusion“, die auch Besucher der Wanderausstellung tourdersinne ausprobieren können. Ein vergleichbarer Effekt lässt sich mit Hilfe von Kameras und Videobrillen für den ganzen Körper hervorrufen. Messungen der Hirnaktivität zeigen ähnliche Muster wie bei spontanen außerkorperlichen Erfahrungen.
Dennoch hinterlässt bei Versuchsperosnen das Geschehen einen deutlich schwächeren Eindruck als das Spontan-Erlebnis.„Die Betroffenen sind danach oft in Frieden mit sich selbst.“ berichtet Bigna Lenggenhager, "manche wollen gar nicht hören, dass die überwältigende Erfahrung nur auf eine besondere Reaktion der Neuronen bei Sauerstoffmangel zurückgeht. Diejenigen, die davon erzählen, sind meist auch an den wissenschaftlichen Hintergründen interessiert."
Dass sich die Beschäftigung mit den Phänomenen lohnt, zeigt Bigna Lenggenhager am morgigen Dienstag, 17.07.2012, ab 19.30 Uhr in ihrem Vortratg im Nicolaus-Copernicus-Planetarium Nürnberg. Noch sind Karten zu haben.

Bigna Lenggenhager
Nahtoderfahrungen
Ein wissenschaftlicher Annäherungsversuch an ein mysteriöses Phänomen
Eine Veranstaltung aus der Reihe "Außer Sinnen"
Eintritt: 7 Euro, erm. 5,- Euro
Buchung über BZ Nürnberg

Inge Hüsgen 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen