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Mittwoch, 11. April 2012

Training für Schnelldenker

Um Erfolg, Lebensqualität und ein längeres Leben in der Wissensgesellschaft ging es am Dienstag, 10. April 2012, im zweiten Vortrag der Reihe Von Sinnen. Den über hundert gespannten Besuchern erklärte Dr. Siegfried Lehrl, Psychologe und Präsident der Gesellschaft für Gehirntraining, was rasche Informationsverarbeitung mit Intelligenz zu tun hat und wie man das Hirn trainieren kann.

Heute morgen gut gefrühstückt? Dann stehen die Chancen gut, dass Ihr Hirn in Topform ist. Ein gesundes Frühstück ist einer von mehreren Tricks, um das Denkorgan in Schwung zu bringen. Noch einer, vor allem für Schüler und Studenten: im Unterricht und bei der Vorlesung mitschreiben, auch wenn der Skript zum Download bereitsteht. Wenn es nichts zum Mitschreiben gibt, hilft auch Kaugummikauen. Bewegung bringt das Hirn auf Trab – schon minimale regelmäßige Hand- und Kieferbewegungen genügen. Wer dagegen bewegungslos zuhört, dessen Gehirn schaltet schon nach ein, zwei Minuten einige Gänge runter.

Soll es aber nicht, denn die Geschwindigkeit beim Verarbeiten von Informationen ist ein wichtiger Faktor für die Intelligenz. Dies gilt nicht nur für die Tagesform, sondern auch darüber hinaus, weiß Siegfried Lehrl von der Universität Erlangen-Nürnberg aus einer Reihe von Forschungen. Wie rasch ein Mensch Informationen verarbeiten kann, ist individuell verschieden und ändert sich im Laufe des Lebens, beispielsweise sind 15-Jährige sind mehr als doppelt so schnell wie Achtjährige. Doch bereits ab dem 25. Lebensjahr arbeitet bei den meisten von uns das Denkorgan immer langsamer – auch wenn wir es nicht bemerken.
Allerdings gibt es schon unter Gleichaltrigen flotte und gemächliche Denker, weiß Lehrl aus zahlreichen Forschungen: „Schon in der Schule sitzen Riesen und Zwerge zusammen.“

Ist ein langsames Gehirn Schicksal? Müssen wir dem Abbau von Geist und Gedächtnis im Laufe der Lebensjahre tatenlos zusehen? Lehrl, der auch Präsident der Gesellschaft für Gehirntraining ist, sieht keinerlei Anlass zur Resignation.

Das Gehirn lässt sich in jedem Lebensalter trainieren, und immerhin einem Viertel der Bevölkerung gelingt es bereits, die Verlangsamung im Alter aufzuhalten. Siegfried Lehr verrät das Erfolgsrezept: eine geistig anregende Umgebung, gesunde Ernährung, genügen Schlaf und ein wenig Sport.

Es war übrigens ein Nürnberger Wissenschaftler, Erwin Roth, der den Zusammenhang zwischen schneller Informationsverarbeitung und Intelligenz entdeckt hat. Die Gesellschaft für Gehirntraining machte Roths Erkenntnisse zur Grundlage eines Fitness-Programms fürs Denkorgan.

Der nächste Vortrag der Reihe "Von Sinnen" steht am 24. April, 19 Uhr, auf dem Programm. Unter dem Titel "Sprachentwicklung und Gehirn" berichtet Prof. Angela Friederici vom MPI für Kognitions- und Neurowissenschaften dann über neuronale Grundlagen frühkindlicher Sprache.

Ort: Nicolaus-Copernicus-Planetarium, Nürnberg

Eintritt:  7,-Euro/ erm. 5,- Euro
Anmeldung

Inge Hüsgen

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