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Montag, 27. Februar 2012

Druckfrisch: SinnesOrgan 1/2012

Die brainWEEK steht vor der Tür, die renommierte Wissenschaftsjournalistin Rita Carter macht im Interview Lust auf Science meets Comedy und Inge Hüsgen erklärt im Rundgang durch die Wanderausstellung tourdersinne, was es mit dem Richtungshören auf sich hat. Nachzulesen ist dies und vieles mehr im aktuellen Newsletter SinnesOrgan, der in diesen Tagen an die Fördermitglieder des turmdersinne verschickt wird.

Das SinnesOrgan bietet viermal jährlich spannende Interviews und aktuelle Veranstaltungstipps rund um den turmdersinne, stellt bewährte und neue Exponate vor und berichtet über Aktuelles aus der Hirn- und Wahrnehmungsforschung. Ältere Ausgaben finden Sie hier.

Freitag, 17. Februar 2012

Fasching und Winterferien

Helau! Rein ins Faschingskostüm, Maske aufgesetzt und ab ins Hands-on-Museum turmdersinne! An den „tollen Tagen“ von morgen, 18. Februar 2012 bis einschließlich Dienstag 21.02.2012, wartet auf jeden kostümierten Besucher eine süße Überraschung.

In den Winterferien, also bis 26. Februar 2012, gelten wieder verlängerte Öffnungszeiten. Das Museum ist an allen Tagen (auch montags) von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Damit sich der Besuch auch für Faschingsmuffel und nach der „fünften Jahreszeit“ lohnt, hat sich das Team vom turmdersinne einiges einfallen lassen. So wartet im Turm wieder die beliebte Rätselaktion auf schlaue Köpfe und neugierige Nachwuchs-Forscher zwischen 6 und 12 Jahren. Fünf Stockwerke wollen erklommen, zahlreiche Stationen mit allen Sinnen erlebt werden. Und wer dann noch die Rätselfragen zum Thema Wahrnehmung und Täuschung beantwortet, gewinnt vielleicht einen von vielen attraktiven Preisen.

Übrigens: Noch bis 22. April 2012 lädt das Hands-on-Museum Besucher ab 12 Jahren zum interaktiven Gedächtnis-Rundgang ein. Wer gern seine grauen Zellen auf die Probe stellt und schon immer wissen wollte, wie unser Erinnerungsvermögen funktioniert, lernt dabei das eigenen Gedächtnis von einer ganz neuen Seite kennen. Es geht unter anderem um den Zusammenhang zwischen Geruch, Gedächtnis und Gefühl, um unseren Drang, im Rückblick eine stimmige Biografie zu schaffen, sowie um die verschiedenen Formen von Gedächtnis. Am Schluss steht, in bewährter turmdersinne-Tradition, die Frage: "Ist, was wir erinnern, wirklich wahr?"

Lust auf mehr aktuelle Infos über Veranstaltungen, Sonderausstellungen, Sonderführungen und Aktionen? Als Abonnent des kostenlosen turmdersinne-Newsletters sind Sie jederzeit auf dem Laufenden: Schicken Sie einfach eine E-Mail mit dem Betreff "Newsletter" an info@turmdersinne.de.



Inge Hüsgen

Samstag, 11. Februar 2012

Mit den Augen eines Fans

Wer einen richtigen Fußballfan in der Familie oder in der WG hat, kennt das Lied: Die eigene Mannschaft war bei jedem Spiel die bessere. Und wenn sie trotzdem verloren hat? Dann muss es an unfairen Bedingungen, an Fehlentscheidungen oder sogar einer Verschwörung der Schiedsrichter liegen. Dass die Jungs vielleicht einen schlechten Tag hatten oder das gegnerische Team einfach fitter war - undenkbar!

Wer kein Mannschaftswappen auf dem Auto hat und ohne Fan-Schal durch den Winter kommt, runzelt bei solchen Sprüchen verständlicherweise die Stirn. Dennoch spricht vieles dafür, dass die Fans davon ehrlich überzeugt sind. Identifiziert man sich mit einer Gruppe, nimmt man deren Aktionen anders wahr, als es ein emotional unbeteiligter Zuschauer tut.

Der Nachweis solch einer unbewussten Voreingenommenheit ist nun dem Forscherteam um den Psychologen Pascal Molenberghs gelungen. Die Wissenschaftler von der University of Queensland im australischen Brisbane teilten 24 Versuchspersonen willkürlich in Fans eines „blauen“ und eines „roten“ Teams ein und führten ihnen anschließend einen Wettkampf zwischen beiden Mannschaften vor. Die Teilnehmer, die sich sehr rasch mit „ihrem“ Team identifizierten, schätzten dessen Bewegungen im Vergleich zum Gegner als schneller ein – wohlgemerkt: auch dann, wenn beide exakt die gleiche Zeit brauchten.

Bewusste Entscheidung oder Wahrnehmungstäuschung? Um dies herauszufinden, beobachteten die Wissenschaftler die Hirnaktivität der Probanden während des Experiments mit Hirnscans. Dabei zeigte sich, dass die Fans die Situation anders wahrnahmen.

„Wir entscheiden nicht, die Aktionen unserer Mannschaft besser zu beurteilen, weil sie die beste sei.“, resümiert Molenberghs das Ergebnis, „Es ist vielmehr so, dass unser Gehirn aufgrund des Zugehörigkeitsgefühls die Handlungen unserer Teammitglieder wohlwollender beurteilt.“

Der Psychologe vermutet, dass sich die Ergebnisse der Studie auf die Welt außerhalb der Fankurve übertragen lassen. Sie liefere eine mögliche Erklärung, wie die Diskriminierung von Minderheiten in der Gesellschaft, etwa aufgrund von Herkunft oder Geschlecht, funktioniert.

Inge Hüsgen