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Sonntag, 20. November 2011

Geschenktipp: Symposiumsband "Mann, Frau, Gehirn"



Einen richtigen Kerl, den erkennt man am gekonnten Einparkmanöver. Und wenn der Schuhschrank überfüllt ist, was kann die Besitzerin dafür? So sind Frauen nun mal. Oder etwa nicht?! Mit Gemeinplätzen über angeblich angeborene Unterschiede von Männer- und Frauenhirn hat das Autorenduo Allan und Barbara Pease Millionenauflagen erzielt. Genau dieselben Differenzen werden von der Genderforschung pauschal auf kulturellen Einfluss zurückgeführt - und die Öffentlichkeit verfolgt die Debatte gespannt.

Was Psychologen und Naturwissenschaftler über männliches und weibliches Denken herausgefunden haben, war Thema des Symposiums turmdersinne 2010 - das übrigens mehr Besucher anzog als jede Vorgängerveranstaltung.

In diesen Tagen ist in bewährter turmdersinne-Tradition der Band mit den gesammelten Referentenbeiträgen zum Nachlesen erschienen. Wie schon das Symposium verschafft das kompakte 174-Seiten-Buch einen runden  "Gesamteindruck von den natürlichen Unterschieden zwischen den Geschlechtern, ihrer Entstehung, ihren Auswirkungen und ihrer kulturellen Verarbeitung", so Mitherausgeber Helmut Fink in seiner Einleitung.
Von der Neurowissenschaft über die Humanbiologie und Medizin bis zur Psychologie spannt sich der Bogen, auch Evolutionsbiologie und Primatologie tragen zum Gesamtbild bei.

Aus dem Inhalt:
  • Onur Güntürkün (Biopsychologe): Gehirn und Geschlecht. Inwiefern unterscheiden sich Männer und Frauen in Gehirnstruktur und -funktion?
  • Karl Grammer, Elisabeth Oberzaucher (Humanethologen), Iris J. Holzleitner (Anthropologin) : Sexy Gehirne. Evolution, Hormone und Denken.
  • Elisabeth Oberzaucher, Anna Maria Keber: Immer der Nase nach. Wie Gerüche unser Denken beeinflussen.
  • Paul-Martin Holterhus: Intersexualität. Gene, Hormone und Geschlecht.
  • Claudia Quaiser-Pohl: Psychologische Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Fakten, Irrtümer, Erklärungsansätze.
  • Petra Jansen: Zwischen Mythos und Realität. Geschlechtsunterschiede in den räumlichen Fähigkeiten.
  • Ferdinand Knauß: Das Tabu der Gender-Theorie. Geisteswissenschaftliche Geschlechterforschug und die Biologie.
  • Johannes Johow, Eckart Voland: Das geteilte Leben. Evolutionäre Gründe der Geschlechterdifferenz.
  • Volker Sommer: Mann und Frau als Männchen und Weibchen. Sexualbiologie bei Primaten.
Abgerundet wird der Band durch ein Glossar der verwendeten Fachbegriffe.


Helmut Fink, Rainer Rosenzweig (Hrsg.):
Mann, Frau, Gehirn. Geschlechterdifferenz und Neurowissenschaft.
mentis Verlag, Paderborn 2011, € 29,80, ISBN: 978-3-89785-759-6

Mehr zum Symposium turmdersinne 2010:
Inge Hüsgen

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