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Mittwoch, 12. Januar 2011

Führungen durch die Sonderausstellung



"Pracht der Pfingstblüte", eine von zahlreichen Arbeiten der Würzburger Künstlerin Dorle Wolf, die das Erlebnismuseum turmdersinne derzeit in einer Sonderausstellung zeigt. Der Ausstellungstitel ist Programm: Farbraum - Raumstruktur.

Führungen:
Freitag, 14.01.2011, 17 Uhr
Freitag, 04.02.2011, 17 Uhr
Freitag, 04.03.2011, 17 Uhr
Freitag, 01.04.2011, 17 Uhr
Freitag, 06.05.2011, 17 Uhr
Außerdem steht am Montag, 21.02.2011 um 14 Uhr eine Seniorenführung mit Kaffee und Kuchen auf dem Programm. Die Künstlerin ist anwesend.

Für alle Termine ist  eine Voranmeldung erforderlich:
Tel. 0911 94432-81, Fax: -69
Mail:  info@turmdersinne.de


Zum Schaffen von Dorle Wolf
Was die Besucher in der Ausstellung erwartet? Nun, Dorle Wolf liebt das Experiment. Diese Liebe ist sowohl künstlerischer Natur als auch wissenschaftliche Berufung. Sie äußert sich in stilistischen, ästhetischen und physikalischen Untersuchungen.

Neben gängigen malerischen Utensilien wie Acryl-, Öl- oder Gouachefarbe verarbeitet Wolf grobe, weitgehend aus natürlichen Rohstoffen gewonnene Materialien wie Sand, Wachs, Metalle sowie Bronzelegierungen. Auch chemische Stoffe wie Latex oder Lacke bereichern ihr Repertoire. Manchmal wählt sie die Leinwand als Malgrund, z.B. wenn sie für ihre Enkaustiken flüssiges Wachs auf Leinen oder Baumwolle tropft und bügelt. Sonst dienen Hartfaserplatten, Holz, Glas oder Japanpapier als Bildträger.

Aus Interesse daran, wie sich diese Elemente auf die visuelle Wahrnehmung des Betrachters auswirken, gestaltet Dorle Wolf Strukturen und Farbflächen, die im Zusammenspiel räumliche Illusionen hervorrufen.


Dorle Wolf: Im Schimmer der Wellen




Die Werke der Ausstellung

Während die “Landschaftsräume” im 1. Stock unsere perspektivische Wahrnehmung herausfordern, verdeutlichen die Werke des 2.Stocks, wie mit Hilfe unterschiedlicher Techniken räumliche Strukturen entstehen. Im 3. Stock trifft der Besucher auf 3D-Gemälde und staunt, welch verstärkende Tiefenwirkung sich beim Blick durch die Chroma-Depth-Brille ergibt. Das Licht wird hierbei in die Regenbogenfarben zerlegt, und zwar für beide Augen spiegelbildlich. Dies führt zur Wahrnehmung von Raumtiefe.

Der Ausstellungsraum im 4. Stock ist großformatigen Enkaustiken gewidmet - Werke, bei denen in Wachs gebundene Farbpigmente heiß auf den Malgrund aufgetragen werden. Dort, wo Farben verschmolzen wurden, rückt die Farbfläche vermeintlich in den Hintergrund.

Darüber getropfte, ungemischte Farbtupfer scheinen wie Inseln auf dem Grund zu schweben. Der 5. Stock des turmdersinne steht im Zeichen der Leuchtkraft der Farbe. Während sich bei der Betrachtung des Gemäldes flirrende Farblichter ergeben, erzeugt die Installation tanzende Farbschatten an den Wänden.

Egal, ob mit oder ohne 3D-Brille betrachtet, in nahezu allen Werken der Ausstellung kommt die räumliche Wirkung der Farben bzw. Farbperspektive zum Tragen. Dabei suggerieren die Farben auf der Fläche unterschiedliche räumliche Entfernungen - rote Flächen erscheinen im Vergleich zu blauen beispielsweise weiter vorne. Dieses Phänomen liegt zum einen in unserer Gehirnleistung begründet, zum anderen in der Funktionsweise des menschlichen Auges.



Dorle Wolf: Wasserspuren




Obwohl Dorle Wolf in ihren Bildern oft vom Gegenstand ausgeht, führen sie das Detailstudium, das Einfangen von Oberflächenstrukturen und Lichtreflexen an die Grenzen der Abstraktion. Eine Komposition im Sinne eines geplanten Bildaufbaus verfolgt die Künstlerin kaum. Besonders die Enkaustiken reichen eher an die Arbeitsweise abstrakter Expressionisten heran: der Bildaufbau wird hier nur noch von Gefühl und Spontaneität bestimmt. Ihre Affinität zum Nichtgegenständlichen, so Wolf, spricht “das Gefühl primär durch die Farbe und erst sekundär durch die Form” an.

Das Werk Dorle Wolfs ist vielfältig in Material und Technik, wird getragen von der Lebendigkeit der Farbe und begegnet dem Betrachter als wahrnehmungspsychologische Reise in die illusionistische Tiefe des Bildraums.

Claudia Gorr, Jana Marks

Kontakt:
Tel. 0911 94432-81 • Fax: -69 • info@turmdersinne.de
turmdersinne am Westtor, Spittlertorgraben/Ecke Mohrengasse, 90429 Nürnberg.
Sie erreichen den turmdersinne mit der U1/U11, Haltestelle „Weißer Turm“.

Öffnungszeiten:
Di.–Fr. 13-17 Uhr, Sa, So, Feiertage 11-17 Uhr.
In den Schulferien täglich, auch montags, geöffnet von 11-17 Uhr.

Eintritt: 6,- €, ermäßigt 4,- €, Familienkarte: 16,-€. Der Besuch der Sonderausstellung ist im Eintritt inbegriffen.

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