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Samstag, 2. Oktober 2010

Symposium: Was unterscheidet Mann und Frau?

Schon bei der Auftaktveranstaltung am gestrigen Freitag, 1. Oktober 2010, hatten die Veranstalter des Symposiums turmdersinne fast volles Haus. 700 Zuhörer erlebten im Nürnberger Maritim-Hotel, wie der Humanethologe Prof. Karl Grammer in die unterschiedlichen Denkstrategien bei Mann und Frau einführte.
Dazu wird viel geforscht und noch mehr geblubbert. Das Autorenpaar Allan und Barbara Pease ("Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken" usw.) zum Beispiel drischt seine Phrasen schon durch zug Buchauflagen. Dass die Sache sehr viel komplizierter ist, dürften die Zuhörer nach Grammers materialreichem Vortrag zumindest ahnen.
Heute, Samstag, 2. Oktober, ging es weiter mit einem Vortrag von Prof. Onur Güntürkün. Es gibt ihn durchaus, den Geschlechterunterschied im Denken und Verhalten, so der Bochumer Biopsychologe. Dazu verweist er auf Forschungen zur Symmetrie der Hemisphären. Und das ist noch nicht alles, wie beispielsweise Aufgaben zum räumlichen Figurenerkennen verdeutlichen: Dabei zeigen Frauen während der Menstruation eine ebenso asymmetrische Gehirnaktivität wie Männer. Bei beiden ist die rechte Hirnhälfte besser, dasselbe gilt übrigens auch für Frauen in der Menopause. Dagegen zeigen Frauen nach dem Eisprung gleich gute Ergebnisse bei beiden Hirnhälften. 
Alles Biologie? Keinesfalls, erklärt Güntürkün. Denn auch kulturelle Einflüsse hinterlassen ihre Spuren. Schon sehr früh in der Entwicklung prägen sie das bei der Geburt noch sehr unreife Gehirn tiefgreifend. Deshalb wäre es Unsinn, die Einflüsse von Biologie und Kultur prozentual herauszurechnen, fasst Güntürkün zusammen: "Überspitzt ausgedrückt, ist unser Verhalten als Mann oder Frau zu 99 Prozent durch Biologie und durch 99 Prozent durch Gesellschaft bedingt."
Inge Hüsgen

Zum Weiterlesen:
  • Onur Güntürkün, Stefan Lauterbacher, Markus Hausmann (Hrsg.): Gehirn und Geschlecht. Neurowissenschaft des kleinen Unterschieds zwischen Mann und Frau. Springer 2007.

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