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Dienstag, 28. September 2010

BBC-Doku beim Symposium

Durchschnittlich drei Minuten brauchen Frauen, um sich für ihren Traumpartner zu entscheiden. Sie nehmen sich also richtig Zeit – verglichen mit den Männern, die schon nach drei Sekunden ihre Wahl treffen.

Diesem und anderen „kleinen Unterschieden“ zwischen den Geschlechtern geht die BBC-Doku Mann und Frau nach.

Im ersten Teil mit dem Titel "Herrschaft der Hormone" begleiten die Filmemacher eine Gruppe von männlichen und weiblichen Probanden bei einer Reihe von Tests. Sie müssen die Gefühle ihrer Mitmenschen erkennen, Babys wickeln, Bagger fahren und vieles mehr – teils mit überraschenden Ergebnissen. Im zweiten Teil, "Traumpartner verzweifelt gesucht", zeigt ein Speed-Dating unter wissenschaftlichen Bedingungen, ob die Foschung tatsächlich in der Lage ist, für jeden einen idealen Partner zu finden.
Zwei Teile der Serie „Mann und Frau“ werden im Rahmen des Symposiums turmdersinne am kommenden Samstag, 02. Oktober 2010 gezeigt.

Ort: Maritim-Hotel, Frauentorgraben 11, 90443 Nürnberg.
Infos und Anmeldung hier.

Mittwoch, 15. September 2010

Frauengehirn - Männergehirn

Der Junge spielt mit Bauklötzen, während das Mädchen lieber Puppen bemuttert. Alles Erziehungssache, hätte Simone de Beauvoir wohl gesagt. Schließlich postulierte sie in ihrem 1949 erschienenen Buch „Das andere Geschlecht” : "Man wird nicht als Frau geboren, man wird es."

Nun, da irrte Simone de Beauvoir.
Denn genau dasselbe Verhalten wie bei Menschenkindern lässt sich auch beim Nachwuchs verschiedener Affenarten beobachten. Und damit nicht genug: Unter der Einwirkung männlicher bzw. weiblicher Sexualhormone ändern Menschen ihr geschlechtstypisches Denken und Verhalten. Wir werden also tatsächlich als Frauen und Männer geboren und besitzen vom ersten Moment an ein sexualdimorphes Gehirn.

Also alles angeboren? Halt, so einfach ist es nicht.
Denn auch die Menschen in unserer Umgebung formen uns massiv in einer geschlechtstypischen Art und Weise. Unser gesamtes Denken und Verhalten und somit auch unsere geschlechtliche Identität ist ein Resultat aus Biologie und Kultur. Prof. Onur Güntürkün fasst es im turmdersinne-Newsletter SinnesOrgan folgendermaßen zusammen:

"Das Gehirn ist ein sich selbst koordinierendes System. Wir werden mit einem unfertigen Gehirn geboren, das schon vor der Geburt beginnt, äußere Einflüsse – also in einem weit gefassten Sinn kulturelle Elemente – wahrzunehmen. Diese Dinge werden interpretiert und in Verschaltungsprozesse umgesetzt. Und das vollzieht sich wiederum unter der Kontrolle der Gene. Unmöglich, dass es etwas gibt, das nicht kulturell und biologisch bestimmt ist." (SinnesOrgan 2/2010; S. 4)
Güntürkün ist Professor für Biopsychologie an der Ruhr-Universität Bochum und forscht zur Frage, wie Denken aus der koordinierten Aktivität von Nervenzellen entsteht. Wie komplex sich das Zusammenspiel von Kultur und Biologie im Bereich der Geschlechter darstellt, erläutert er in seinem Vortrag beim Symposium turmdersinne 2010 am Samstag, 02. Oktober 2010.
Inge Hüsgen

Das Symposium "Mann, Frau, Gehirn. Geschlechterdifferenz und Neurowissenschaft" findet vom 01. bis 03. Oktober 2010 im Maritim Hotel, Nürnberg, statt. Anmeldung hier.

Lesetipp: Onur Güntürkün, Stefan Lauterbacher, Markus Hausmann (Hrsg.): Gehirn und Geschlecht. Neurowissenschaft des kleinen Unterschieds zwischen Mann und Frau. Springer, 2007.

Samstag, 11. September 2010

In "Gehirn & Geist" 10/2010: Nachbilder

Wollten Sie schon immer mal eine Vision von Jesus Christus erleben - und eine von Charles Darwin noch dazu? Nichts einfacher als das! Wie's funktioniert, erklärt Dr. Rainer Rosenzweig in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Gehirn & Geist (Heft 10/2010). Damit dürfte klar sein, dass es nicht um übernatürliche Erscheinungen, sondern um Wahrnehmungs-Phänomene geht - um Nachbilder nämlich.

Nachbilder treten auf, wenn wir ein bestimmtes Bild für längere Zeit intensiv angeschaut haben, erklärt der turmdersinne-Geschäftsführer und promovierte Wahrnehmungspsychologe Rosenzweig. Dann nämlich haben die Sinneszellen in der Netzhaut des Auge ihre Pigmente aufgebraucht. Bis wieder genug Nachschub gebildet ist, sind die Zellen weniger empfindlich: auf den zuvor stimulierten Netzhaut-Regionen nehmen wir eine Zeit lang dunkle Schatten wahr, die nur langsam verblassen.
Nachbilder sind im Alltag gar nicht selten, schreibt Rainer Rosenzweig. Sie dürften übrigens auch Auslöser für zahlreiche Geistererscheinungen sowie Sichtungen von Ufos und Kugelblitzen sein.
In seinem Artikel hat Rosenzweig noch weitere Effekte und Infos zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen!
Inge Hüsgen

Mittwoch, 1. September 2010

"Sexy Gehirne" zum Symposiums-Auftakt

Unter dem Titel "Sexy Gehirne" führt Prof. Dr. Karl Grammer zum Auftakt des diesjährigen Symposiums turmdersinne am Freitag, 1. Oktober 2010, in die komplexe Welt der männlichen und weiblichen Denkstrategien ein. Der ursprünglich angekündigte Vortrag von Prof. Christian E. Elger entfällt.

Eines haben die alten Geschlechterklischees gemeinsam mit den modernen Vorstellungen vom grundsätzlich gleichartigen Denken bei Männern und Frauen: Sie liegen ganz schön daneben. Darüber können weder alltagspsychologische Plattitüden noch die geringen anatomischen Unterschiede zwischen Männer- und Frauengehirn hinwegtäuschen.

Wie die evolutionäre Psychologie das Verhältnis von Männer- und Frauengehirn beurteilt, erläuter Karl Grammer, Professor für Humanethologie am der Universität Wien und Leiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Stadtethologie. In seinem Vortrag präsentiert Grammer aktuelle Forschungsergebnisse, die das komplizierte Spannungsfeld Mann-Frau um eine neue, interessante Variante bereichern.
Demnach handelt es sich bei Männern und Frauen um zwei Reproduktionssysteme, die angesichts von unterschiedlichen Anforderungen und Alltagsproblemen im Laufe der Evolution jeweils verschiedene Denkstrategien entwickelt und verfeinert haben. Tatsächlich, so Grammer, lässt sich zeigen, dass Frauen und Männer bei der Problemlösung verschieden vorgehen, und dass diese Strategien von der frühen hormonellen Umwelt abhängen. Neben dem genetischen Geschlecht und dem Körpergeschlecht gibt es damit ein Gehirngeschlecht, das indes nicht unbedingt an männliche und weibliche Körper gebunden ist.

Mehr erfahren Sie beim Eröffnungsvortrag des diesjährigen Symposiums turmdersinne am Freitag, 1. Oktober 2010, 19.30 Uhr. Auch die beiden Folgetage der Veranstaltung, Samstag, 2. und Sonntag,  3. Oktober 2010, widmen sich dem Thema Geschlechterdifferenz und Neurowissenschaft. Unter dem Titel "Mann, Frau, Gehirn" referienen renommierte Wissenschaftler die aktuellen Erkenntnisse über das vielschichtige Verhältnis der Geschlechter.

Ort. Hotel Maritim, Frauentorgraben 11, 90443 Nürnberg.
Information und Kartenvorverkauf http://www.turmdersinne.de/