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Freitag, 4. Juni 2010

Lesetipp: Skeptiker 2/10

Dass uns Wahrnehmung und Denken manchmal ganz gehörig in die Irre führen, können die Besucher im Museums turmdersinne am eigenen Leib erleben.

Wie weit Illusionen und Denk-Irrtümer das Bild von der Welt beeinflussen können, zeigt auch dies: Viele Menschen vertrauen ihren Vorahnungen, sind überzeugt von Hellsehen, Gedankenlesen und übernatürlichen Kräften. Aber nicht etwa, weil diese Phänomene wissenschaftlich belegt wären. Sind sie nämlich nicht, ganz im Gegenteil.

Aber warum glauben dann so viele Menschen daran?

Dieser Frage geht die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift SKEPTIKER nach. Herausgegeben von der gemeinnützigen GWUP, klopft der SKEPTIKER viermal jährlich außergewöhnliche Behauptungen nach ihrem wissenschaftlichen Gehalt ab. In Ausgabe 2/10 erläutern Psychologen den Stand der Forschung über Gründe für den Glauben an Psi & Co.

Einer von ihnen ist Prof. Wolfgang Hell von der Universität Münster, der u. a. beim Symposium turmdersinne 2005 referierte. Wie Hell in seinem Beitrag zeigt, kennen Psychologen eine ganze Reihe von Unterschieden zwischen Psi-Gläubigen (von Forschern auch "Schafe" genannt) und Nicht-Gläubigen (sog. "Ziegen"). So sind Schafe besser in der Lage, unterschwellige Wahrnehmungen zu nutzen - also solche, die zu kurz oder zu schwach sind, um bewusst wahrgenommen zu werden. Dies zeigt ein Experiment zum Kartenraten am Computer. Dabei sollten die Probanden erraten, welches von fünf einfachen Symbolen als nächstes auf dem Monitor erscheint. Wurde vorher für einen winzigen Sekundenbruchteil die richtige Vorderseite eingeblendet, rieten die Schafe besser - obwohl sie das Aufblitzen des Bildes nur unbewusst wahrgenommen hatten.

"Schafe machen solche Erfahrungen nicht nur im Labor, sondern auch im
Leben.",

schreibt Wolfgang Hell,

"Sie haben oft ein unbestimmtes 'Gefühl' und die Erfahrung gemacht, das es sich
lohnt, diesem Gefühl zu vertrauen. Dass sie unter solchen Umständen dazu neigen,
übersinnliche Fähigkeiten als die Quelle des Gefühls zu betrachten, weil ihnen
die ganz normale sensorische Quelle des Gefühls (...) verborgen bleibt, ist kein
Wunder."


Gedanken kann man nicht wie materielle Gegenstände hin- und hertransportieren. Wer dies dennoch glaubt, vermischt grundlegende Kategorien der Welt. Auf genau solche Vermischungen führen Prof. Marjaana Lindeman und Dr. Kia Aarnio magisches Denken, Aberglauben und paranormale Überzeugung zurück. Beispiele: mentale Inhalte wie Gedanken können von einem Ort zum anderen wandern (Telepathie), sie sind in der Lage, materielle Objekte zu bewegen (Telekinese) usw. Die Studie der beiden finnischen Psychologinnen ist ebenfalls im SKEPTIKER nachzulesen, dazu eine teilweise Wiederholung durch ihre Fachkollegen Mario Iskenius, Jan Cwik und Dr. Günter Molz von der Universität Wuppertal.


In weiteren Beiträgen geht es um die ägyptischen Pyramiden, um Biorhythmen und berechtigte Zweifel an der "wundersamen Marienerscheinung" von Fatima. Außerdem im Heft: Viele aktuelle Meldungen und Lesetipps.



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