News

Sonntag, 14. März 2010

Zwei Kurzfilme zum Thema Demenz



Unfassbares geht vor sich, ist Frau Mauerhoff überzeugt. Die alte Dame irrt durch ein Labyrinth von unbekannten Gängen. Krankenschwestern behaupten, dass sie hier wohnt. Aber ihr angebliches Zimmer hat sie noch nie gesehen. Da muss doch eine Verschwörung im Gange sein!
Frau Mauerhoff weiß nicht, dass sie allmählich das Gedächtnis verliert und als Demenzpatientin in einem Heim wohnt. Die Filmemacherin Marion Kainz hat Frau Mauerhoff vier Monate lang mit der Kamera begleitet. "Der Tag, der in der Handtasche verschwand" ist ein Dokumentarfilm im Stil des "direct cinema", der den Zuschauer unmittelbar in das Erleben der Demenzpatientin einbezieht. Neben anderen Auszeichnungen erhielt der Film 2002 den Adolf-Grimme-Preis.

Filmpreise gab es auch für "Kriegerstock", der sich ebenfalls mit dem Thema Demenz beschäftigt. Der Spielfilm erzählt die Geschichte der Künstlerin Astrid, die sich mit den endlosen Monologen ihres demenzkranken Vaters auseinandersetzen muss. Ihre Arbeit bleibt darüber erst mal liegen. Doch als es ihr gelingt, sich auf auf seine Geschichten und Erinnerungen einzulassen, kommen sich die beiden näher und Astrid findet in seinen Erzählungen die Anregung zu einem neuen Comic.
"Kriegerstock" ist die Abschlussarbeit des Kölner Filmschul-Absolventen Joseph Lippok und wurde inspiriert von Astrid Raimanns (ASRA) gleichnamiger Graphic Novel.

Die Kurzfilme "Der Tag, der in der Handtasche verschwand" (2000) und "Kriegerstock" (2009) werden Dienstag und Mittwoch, 16. und 17. März 2010, ab 19.30 Uhr im Casablanca Filmkunsttheater gezeigt. Am Dienstag haben die Zuschauer nach der Vorführung Gelegenheit zum Gespräch mit Professor Frank Erbguth und anderen Fachleuten der Neurologischen Klinik Nürnberg.

Die Veranstaltungen finden im Rahmen der Internationalen Woche des Gehirns brainWEEK statt.

Eintritt 6,50 Euro/erm. 5,- Euro.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen